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| 08:58 Uhr

Südzucker-Fabrik in Brottewitz droht Aus
Rübenanbauverband will Schließung verhindern

 Nur noch einmal sollen nach dem Willen der Südzucker AG Zuckerrüben in Brottewitz angeliefert werden.
Nur noch einmal sollen nach dem Willen der Südzucker AG Zuckerrüben in Brottewitz angeliefert werden. FOTO: Antje Posern
Zeitz/Brottewitz. Der Vorstand des Verbandes Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer (VSTZ) hält die angekündigte Schließung der Zuckerfabrik Brottewitz für eine „Fehlentscheidung“, die es zu verhindern gelte. Von Karsten Bär

Über andere Optionen für die betroffenen Anbauer werde man vorerst nicht diskutieren, wie Christian Beyer, Geschäftsführer des VSTZ, informierte, nachdem der Vorstand am Dienstag in Groitzsch bei Nossen zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen war. Zuvor hatte Südzucker-Vorstand Dr. Thomas Kirchberg auf der Winterversammlung  der Rübenanbauer am gleichen Ort den Vorschlag der Konzernspitze zu erklären versucht – und sich im Anschluss vielen kritischen Fragen der Landwirte stellen müssen.

Zwar sei die Krise am Zuckermarkt zweifelsfreie Tatsache und die Notwendigkeit, seitens der Südzucker AG über Reaktionen nachzudenken, nachvollziehbar, sagte Beyer. Dennoch halte der Verbandsvorstand den Zeitpunkt einer Standortschließung für falsch. Schließlich sei noch nicht abzuschätzen, wie Zuckerrübenanbauer in anderen Regionen auf die aktuelle Marktsituation reagieren werden. Angesichts schlechter Rübenpreise und zunehmender Erschwernisse unter anderem infolge wegfallender Pflanzenschutzmittel, könnte  die Anbaubereitschaft andernorts signifikant sinken. Demgegenüber würden die Rübenanbauer im Brottewitzer Einzugsbereich nach wie vor fest zur Zuckerrübe stehen. Zudem sei die Pflanzengesundheit der Kultur in dieser Region deutlich besser, da die Rübe hier einen geringere Anteil an den Fruchtfolgen habe, als andernorts.  Mit einer Schließung des Standortes Brottewitz und den damit verbundenen Auswirkungen auf den regionalen Rübenanbau würde sich Südzucker selbst ein Stück Handlungsfähigkeit rauben.

Verwundert sei man außerdem über den schnellen Sinneswandel der Konzernspitze, die seit dem Ende der Zuckermarktordnung vor 16 Monaten und noch vor der Aussaat im vergangenen Jahr auf eine Ausweitung des Rübenanbaus gedrungen habe und nun eine 180-Grad-Wende vollziehe. „Dass wir ein Tal durchschreiten müssen, war uns allen klar“, so Beyer. Es sei nicht verständlich, warum der Marktführer so schnell aufgeben sollte.