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Sturm frisst Loch in die Stadtkasse

Umgeknickte Strommasten und entwurzelte Bäume. Auch in Bad Liebenwerda und Umgebung hatte der Orkan Ende Juni Schäden hinterlassen.
Umgeknickte Strommasten und entwurzelte Bäume. Auch in Bad Liebenwerda und Umgebung hatte der Orkan Ende Juni Schäden hinterlassen. FOTO: Jens Berger
Bad Liebenwerda. Nicht weniger als etwa 225 000 Euro wird die Kurstadt Bad Liebenwerda am Ende für die teilweise verheerenden Schäden durch den Sturm vom 22. Juni ausgegeben haben. Manfred Feller

Das ist nach Angaben von Gerd Engelmann, stellvertretender Bürgermeister, die vorläufige Kostenschätzung. Die Schäden, die andere Eigentümer zu schultern haben, betragen noch einmal mehrere 100 000 Euro.

Bislang hat Bad Liebenwerda schon 85 000 Euro an jenen Stellen ausgegeben, wo sie für die Verkehrssicherungspflicht zuständig ist. Großes haben in diesem Zusammenhang die Feuerwehren geleistet.

Im Stadtgebiet und in den Ortsteilen sind nicht weniger als etwa 400 Bäume umgeknickt oder entwurzelt worden. "Die Friedhöfe hatte es besonders getroffen", weiß Gerd Engelmann. Auch aus Kostengründen werde das Beseitigen der Schäden noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen. In manchen Ortsteilen hätten die Landwirte mit ihrer Technik geholfen. Die Stadt selbst könne maschinell nicht alles beseitigen. Sie sei auf Firmen angewiesen. Doch deren Kapazität sei oftmals erschöpft. Nicht jede Lücke, die ein umgefallener Baum gerissen habe, werde durch eine Nachpflanzung geschlossen werden können.

"Zwei Schäden tun uns besonders weh", sagt der Bürgermeisterstellvertreter. Die Toilettenanlage im Kurpark wurde zerstört. In Oschätzchen hat es den kommunalen Reitplatz getroffen, den der Reitverein betreibt. Während des Sturms wurden Glasfelder einer auf einem Dach nebenan montierten Fotovoltaikanlage zerstört. Die zum Teil sehr feinen Scherben liegen auf dem Reitgelände. Dieses dürfe nicht betreten werden. "Der Boden muss zuerst ausgetauscht werden", sagt Gerd Engelmann.

Wie mit den geschädigten kommunalen Waldflächen umgegangen wird, darüber werde mit der Forstwirtschaft gesprochen.

Für den Fahrradweg auf dem Elsterdamm ist das Land zuständig. Nach und nach würden dort die Bäume beräumt.

Im Ortsteil Theisa gibt es mehrere kritische Punkte. Auf dem Buswendeplatz wird das Sturmholz von privaten und öffentlichen Flächen zusammengetragen. "Wir bedauern diesen Zustand, haben aber keine Technik zum Schreddern", so Gerd Engelmann. Im Herbst soll aus dem immer größer werdenden Haufen Kleinholz gemacht werden. Mittlerweile sieht man dort auch Abfälle. "Leider sind die Leute so unvernünftig", bedauert er.

Die an der Landesstraße in Theisa umgestürzten Bäume habe der Landesbetrieb Straßenwesen zwar beseitigt, aber die teils heftigen Schäden an den Gehwegen muss die Stadt Bad Liebenwerda beseitigen. Es seien ohnehin Reparaturen an den Wegen geplant gewesen. Jetzt sei der Umfang deutlich größer. Im September soll damit durch eine Baufirma begonnen werden.