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Strukturreform nicht verschlafen

Schraden als Amtsgemeinde Zu "Hochzeitsglocken läuten im Elbe-Elster-Kreis" von Günter Heller (RUNDSCHAU vom 5. Mai): Die Kurstadtregion mit Bad Liebenwerda, Falkenberg, Mühlberg und Uebigau-Wahrenbrück hat bereits frühzeitig die Weichen für einen Zusammenschluss zu einer Amtsgemeinde gestellt, obwohl eine solche Amtsgemeinde meines Erachtens zur Zeit überhaupt nicht dem Leitbild der Landesregierung zur Verwaltungsstrukturreform entspricht. Günter HellerVon 2000 bis 2008 Vorstandsmitglied des Wirtschaftsraum Schraden e. V.

Dort heißt es nämlich, bestehende Ämter sollen zu einer Amtsgemeinde weiterentwickelt werden. Neue Ämter - und um ein solches würde es sich bei der Kurstadtregion handeln - sollen nicht gebildet werden.

Dennoch ist diese Vorreiterrolle zu begrüßen, sollte sie doch dazu führen, dass auch der äußerste Süden unseres Landkreises aufwacht und die Initiative ergreift, sonst besteht die Gefahr, dass ein Zusammenschluss von "Oben" erfolgt.

Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Gründung des Wirtschaftsraum Schraden e. V. am 25. Oktober 2000 in Gröden erinnern. Der Verein sollte die Entwicklung der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum, welcher durch die Grenzen der Ämter Ortrand, Plessa, Röderland und Schradenland, sowie der Stadt Elsterwerda bestimmt wurde, fördern. Eine Strategiekommission befasste sich ab Juni 2005 sogar mit Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit der Verwaltungen. Die Strategiekommission stellte Ende 2006 allerdings ihre Arbeit ein, da die Stadt Elsterwerda eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit mit Bad Liebenwerda hinsichtlich des gemeinsamen Mittelzentrums bevorzugte. Außerdem wurde ab 2007 der Wirtschaftsraum Schraden e. V. aufgrund von Forderungen des Landes Brandenburg als Fördermittelgeber über die Schradenregion hinaus erweitert.

Den Faden, den die Strategiekommission damals begonnen hat zu spinnen, sollte man wieder aufnehmen und über die Bildung einer Amtsgemeinde in den Grenzen des damaligen Wirtschaftsraums Schraden e. V. nachdenken. Die Schradenregion hätte dann etwa 29 000 Einwohner, während die Kurstadtregion rund 25 000 Einwohner bevölkern würden.

Der Kurstadtregion sind durch das Innenministerium immerhin angeblich 1,6 Millionen Euro zur Absicherung der Verwaltungszusammenführung in Aussicht gestellt worden. Das sollte das Nachdenken beflügeln.

Den Bürgermeisterkandidaten 2017 der Stadt Elsterwerda ist nur zu raten, schnellstens Kontakt mit den Hauptverwaltungsbeamten der Schradenregion aufzunehmen, um die Verwaltungsstrukturreform 2019 nicht zu verschlafen.