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Strohbrand hält Wehren noch Tage in Atem

Unmengen von Stroh müssen aus der abgebrannten Scheune bei Krauschütz gelöscht werden. Dies kann laut Feuerwehr noch Tage dauern.
Unmengen von Stroh müssen aus der abgebrannten Scheune bei Krauschütz gelöscht werden. Dies kann laut Feuerwehr noch Tage dauern. FOTO: Manfred Feller
Elsterwerda-Krauschütz. Unmengen brennbaren Materials der Brandscheune von Krauschütz müssen weiter gelöscht werden. Zwei Kinder sind tatverdächtig. Manfred Feller

Auch am Tag 1 nach dem Großbrand in einer Scheune bei Krauschütz sind die Feuerwehren mit einem enormen Aufgebot ausgerückt. Nachdem die Gefahr am Montagabend gebannt war, geht es am Dienstagnachmittag an die aufwendige Restablöschung. "Das kann noch Tage dauern", sagt Einsatzleiter Daniel Neubert von der Elsterwerdaer Feuerwehr mit Blick auf die teils noch brennenden, glühenden und weithin sichtbar qualmenden Strohberge. Die etwa 30 mal 60 Meter große Scheune sei offensichtlich bis unter das Dach mit Ballen vollgepackt gewesen.

Drei Kinder um die 13 Jahre sollen sich dort am Montagnachmittag aufgehalten haben. Ein Mädchen, das dabei war, hat sich mit ihrer Mutter am selben Tag am Brandort bei Polizei und Feuerwehr gemeldet. Demnach soll einer der beiden Jungen mit einer Gaskartusche und Feuer hantiert haben. Die Kinder konnten sich nach dem Ausbruch des Feuers retten. Die Pressestelle der Polizeidirektion Süd in Cottbus bestätigt lediglich, dass nach den ersten Ermittlungen ein Tatverdacht gegen zwei Kinder besteht.

Unterdessen löschen die Feuerwehrleute aus Elsterwerda mit den Ortsteilen Biehla und Kraupa sowie aus Prösen, Hohenleipisch, Plessa, Merzdorf und Hirschfeld das von den beiden heranbeorderten Firmenradladern aus der eingestürzten Scheune herausgeholte Stroh. Es wird im Umfeld ausgebreitet. Überall beißender Qualm.

In einem der Radlader sitzt Johannes Jakober, Mit-Inhaber der GaLa-Bau Elsterwerda. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb besitzt auch Bagger und Lastwagen. Ob Feuer, Hochwasser oder Sturmschaden - die Firma werde immer wieder gerufen, sagt er. Der zweite Radlader ist extra aus Gröden angerollt.

Mit mehreren Strahlrohren kämpfen die Kameraden gegen Glut und immer wieder aufkeimendes Feuer. Ringsherum sind wie am ersten Tag die Tanklöschfahrzeuge aufgebaut. Sind sie leergepumpt, wird Nachschub aus der nächstgelegenen Löschwasserentnahmestelle geholt.

Mehrere 100 000 Liter sind bereits verbraucht. "Wir befüllen mit Grundwasser", sagt Daniel Neubert. "In ländlichen Gegenden reicht der Druck im Trinkwassernetz nicht für einen effektiven Löscheinsatz", verrät er. Deswegen die vielen Tanklöschfahrzeuge.

Das Löschen mit den unter hohem Druck stehenden Schläuchen sei körperlich schwere Arbeit. "Nach einer halben bis einer Stunde müssen die Kameraden eine Pause machen", begründet Daniel Neubert den hohen Personaleinsatz. Am Dienstag bis hinein in die Dunkelheit waren erneut etwa 50 Feuerwehrleute am Brandort.

Ein kontrollierter Abbrand sei nicht zulässig und würde sich angesichts der Strohmengen über Wochen hinziehen.