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| 15:26 Uhr

Sechs Dörfer etablieren neues Tourismusangebot
Der Sternweg hat sechs Dörfer als Zacken

Der Sternweg Grüne Heide führt aus sechs Dörfern zum Rauten, einer Flachmoorlandschaft bei Neuburxdorf. Nur wenige hundert Meter davon treffen Gäste auf das Baumauge, ein mit Farbe an Baumstämmen räumlich nachgestaltetes Auge, und eine „Gegensprechanlage“ ähnlich einer Telefonanlage aus dem Kinderbuch „Alfons Zitterbacke“. Insgesamt sind etwa 36 Kilometer lange neue Rad- und Wanderwege entstanden.
Der Sternweg Grüne Heide führt aus sechs Dörfern zum Rauten, einer Flachmoorlandschaft bei Neuburxdorf. Nur wenige hundert Meter davon treffen Gäste auf das Baumauge, ein mit Farbe an Baumstämmen räumlich nachgestaltetes Auge, und eine „Gegensprechanlage“ ähnlich einer Telefonanlage aus dem Kinderbuch „Alfons Zitterbacke“. Insgesamt sind etwa 36 Kilometer lange neue Rad- und Wanderwege entstanden. FOTO: Andreas Richter
Bad Liebenwerda. Er heißt Sternweg. Nicht, weil man „Hans-guck-in-die-Luft“ machen soll, sondern weil er aus sechs Dörfern sternförmig durch die Grüne Heide an den Rauten bei Neuburxdorf führt. Von Frank Claus

Die Idee reicht schon zwei, drei Jahre zurück: Was kann man tun, um Ortsteile der Stadt Bad Liebenwerda und der benachbarten Stadt Uebigau-Wahrenbrück besser zu vernetzen, den ländlichen Raum besser zu vermarkten und so die Städter hinaus zu locken? Die „Antwort“ ist am Samstag  mit großem Bahnhof bei Kaiserwetter und vielen gut gelaunten Menschen gegeben worden. Der Sternweg „Grüne Heide“ kann ab sofort unter die Reifen und Füße genommen werden.

Es ist ein Weg mit vielen pfiffigen „Begleitern“  einem Baumauge, einer Gegensprechanlage, einer Aussichtsplattform, einem Klangholz-Testfeld, vielen Informationstafeln und vor allem einem Kinderspielplatz mitten im Wald, der von sich mit Fug und Recht behaupten kann, einer der schönsten zu sein.

Ortsvorsteher, Bürgermeister und Landtagsabgeordnete stoßen mit  Agrarminister Jörg Vogelsänger (Mitte) auf das gelungene Projekt an.
Ortsvorsteher, Bürgermeister und Landtagsabgeordnete stoßen mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (Mitte) auf das gelungene Projekt an. FOTO: LR / Frank Claus

Sechs Ortsvorsteher haben sich samt ihren Teams zusammen gehockt und Pläne geschmiedet. Alle sechs haben ihre Routen hin zum Rauten, eine Flachmoorlandschaft, beschrieben. So soll der 6,1 Kilometer lange Eisenbahnerweg von Neuburxdorf, der jüngsten Gemeinde im Sechser-Verbund, an die Entstehung der Eisenbahnlinie Falkenberg-Riesa erinnern. Neuburxdorf lockt, so Ortsvorsteher Hans-Joachim Harnack, zudem mit seinem rührigen Kultur- und Heimatverein samt Tiergehege und Traditionsmauer, erinnert aber mit dem Soldatenfriedhof auch an die Schrecken des Krieges.

Zur Eröffnung des Rad- und Wanderweges „Sternweg Grüne Heide“ sind am Sonnabend viele Einwohner zum Waldspielplatz bei Möglenz gekommen.
Zur Eröffnung des Rad- und Wanderweges „Sternweg Grüne Heide“ sind am Sonnabend viele Einwohner zum Waldspielplatz bei Möglenz gekommen. FOTO: LR / Frank Claus

Aus Langenrieth führt ein 11,6 Kilometer langer Kaiserweg durch Feld und Flur. Auf diesem Weg kann man, so Ortsvorsteher Jan Fromm, den Spuren Karl V. folgen, dessen hölzerner Stiefel im Ort heute noch Beleg dafür ist, dass er in der Schlacht bei Mühlberg den Ort querte. Es ist der einzige Rundweg.

Am Rauten bei Neuburxdorf können Kinder ins Land schauen.
Am Rauten bei Neuburxdorf können Kinder ins Land schauen. FOTO: LR / Frank Claus

Der 4,8 Kilometer lange Polowski-Weg führt an die Stelle in Burxdorf, wo sich Soldaten der Sowjet- und der US-Armee bereits vor dem historischen Händedruck am Ende des Zweiten Weltkrieges in Torgau trafen. Ortsvorsteher Frank Niesar empfiehlt die Lektüre umfangreichen Schriftmaterials dazu.

Eröffnung des Rad- und Wanderweges "Sternweg Grüne Heide", der die Dörfer Burxdorf, Saxdorf, Möglenz, Kosilenzien, Neuburxdorf und Langenrieth (EE, Städte Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück) enger zusammenbringt
Eröffnung des Rad- und Wanderweges "Sternweg Grüne Heide", der die Dörfer Burxdorf, Saxdorf, Möglenz, Kosilenzien, Neuburxdorf und Langenrieth (EE, Städte Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück) enger zusammenbringt FOTO: LR / Frank Claus

Mehr als 3000 Jahre alt ist der Burgwall bei Kosilenzien. Deshalb heißt der 5,6 Kilometer lange Ausflugsstrang angelehnt an die Menschen, die dort einst Schutz suchten auch Weg der Germanen und Slawen. Dass an dem Dorf ohnehin keiner vorbeikommt, weiß Ortsvorsteher Siegmar Dietrich ganz genau: „Kosilenzien ist bei Liebenwerde der schönste Fleck der Erde.“

Eröffnung des Rad- und Wanderweges "Sternweg Grüne Heide", der die Dörfer Burxdorf, Saxdorf, Möglenz, Kosilenzien, Neuburxdorf und Langenrieth (EE, Städte Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück) enger zusammenbringt - das Auge im Wald nahe dem Rauten bei Neuburxdorf
Eröffnung des Rad- und Wanderweges "Sternweg Grüne Heide", der die Dörfer Burxdorf, Saxdorf, Möglenz, Kosilenzien, Neuburxdorf und Langenrieth (EE, Städte Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück) enger zusammenbringt - das Auge im Wald nahe dem Rauten bei Neuburxdorf FOTO: LR / Frank Claus

Mit Recht selbstbewusst daher kommt auch Möglenz und die Hauptinitiatoren des Sternweges, Ortsvorsteherin Elke Hainke, mit dem Weg der Sinne. Auf dem können Gäste aus ihrem Heimatdorf auf 3,5 Kilometern zum wunderschönen Spielplatz und vorbei an zahlreichen Baumraritäten hin zum Rauten wandern und radeln.

Bleibt der etwa 5,1 Kilometer lange Bambusweg aus Saxdorf. Ortsvorsteher Heiko Lübeck muss nicht viele Worte machen. Saxdorfs Pfarrgarten mit seinen mehr als 3000 Pflanzen, historischen Rosen und fast 60 Bambusarten kennt nahezu jeder.

Eröffnung des Rad- und Wanderweges "Sternweg Grüne Heide", der die Dörfer Burxdorf, Saxdorf, Möglenz, Kosilenzien, Neuburxdorf und Langenrieth (EE, Städte Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück) enger zusammenbringt - mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD), hier mit Hannelore Brendel (BM Mühlberg), Elke Hainke (Ortsvorsteherin Möglenz), Barbara Hackenschmidt (MdL, SPD) - von links
Eröffnung des Rad- und Wanderweges "Sternweg Grüne Heide", der die Dörfer Burxdorf, Saxdorf, Möglenz, Kosilenzien, Neuburxdorf und Langenrieth (EE, Städte Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück) enger zusammenbringt - mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD), hier mit Hannelore Brendel (BM Mühlberg), Elke Hainke (Ortsvorsteherin Möglenz), Barbara Hackenschmidt (MdL, SPD) - von links FOTO: LR / Frank Claus

Mit großer Unterstützung des Landesbetriebes Forst sind 36 Kilometer gut befestigte touristische Rad- und Wanderwege entstanden. Dank zahlreicher unentgeltlicher Arbeitsstunden vieler Helfer aus den Orten, Fördermitteln, Sponsorengeldern  und städtischen Zuschüssen zu einem Schnäppchenpreis von etwa 45 000 Euro! Für die fraktionslose Landtagsabgeordnete Iris Schülzke – neben ihrer Abgeordnetenkollegin Barbara Hackenschmidt (SPD) zu Gast – der Beweis, dass die ländliche Region lebt und es verdiene, mehr „Aufmerksamkeit aus der Landeshauptstadt“ zu bekommen.

Vertreten waren alle vier Bürgermeister der Kurstadtregion, wobei Thomas Richter aus Bad Liebenwerda allen Unterstützern dankte und Andreas Claus aus Uebigau-Wahrenbrück erklärte: „Fast die Hälfte der Einwohner der Kurstadtregion mit ihren 47 Ortsteilen lebt auf dem Land. Das, was hier gemeinsam realisiert wurde, ist es wert auf viele andere Gebiete übertragen zu werden.“

Eigentlich sollte der Sternweg schon früher übergeben werden, doch der Sturm im Juni dieses Jahres hatte zu immensen Schäden im Wald geführt.

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD), diesmal der letzte auf der Rednerliste, hatte bei Zwischenstationen auf dem Weg bereits in höchsten Tönen das Projekt und Engagement seiner Macher gelobt und meinte unter herzlichem Beifall zahlreicher Radler und Wanderer am Waldspielplatz: „Der Minister freut sich.“