ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:55 Uhr

Steffen Niejaki ist alter und neuer Meister im Apfelschälen

Schon auf dem Weg zum Festgelände am Pomologischen Schaugarten in Döllingen wiesen Falläpfel den Besuchern den Weg. An den Verkaufsständen, die man auf dem weiten Areal etwas suchen musste, gab es beim 14. Niederlausitzer Apfeltag am Sonntag hingegen Frisches von der Streuobstwiese und aus rein ökologischem Anbau. Von Ines Klut

Doris Kretzschmar aus Elsterwerda bekommt erst eine kleine Kostprobe, einen Apfel der Sorte Shampion aus Zeckerin. "Nicht zu süß und schön saftig", befindet die Elsterwerdaerin, die im heimischen Garten auch schon Äpfel geerntet hat. Vom Döllinger Apfeltag, den sie mit ihrem Mann zum ersten Mal besucht, nimmt sie dennoch einen Beutel mit. Ohne Äpfel sind an diesem Tag kaum Besucher unterwegs.

Manche haben schon einige Exemplare von zu Hause mitgebracht. Denn längst hat sich die Bestimmung von Apfelsorten zu einer festen Größe bei den Niederlausitzer Apfeltagen etabliert. Vor dem Stand des Pomologen Dr. Werner Schuricht stehen Besucher geduldig Schlange. Herbert Schiemann aus Sonnewalde hat drei Äpfel eines Kollegen im Beutel. "Keine Ahnung, wie die schmecken. Mein Kollege will nur wissen, welche Sorte er im Garten hat", antwortet der Sonnewalder auf die Frage, welchen Geschmack das rotbackige Exemplar hat. Nachdem sich Dr. Werner Schuricht eine Spalte abgeschnitten und auf der Zunge zergehen lassen hat, steht für ihn fest: "Das ist die Königin Luise".

Doch nicht jeder Apfel könne so eindeutig bestimmt werden. "Über die Jahrhunderte gibt es viele Veredlungen, die nicht immer klar zuzuordnen sind", so der Pomologe. Er habe es schon erlebt, dass er Äpfel nur aus der Erinnerung bestimmen soll. Die Leute kämen zu ihm und schwärmen von einer Sorte, die sie früher bei den Großeltern gegessen haben.

Die neue Döllinger Äppelmoid Angela Lorenz, die das Amt von ihrer Vorgängerin Astrid Binder übernahm, wird demnächst noch jede Menge alte Apfelsorten kennenlernen. Die 47-jährige Döllingerin freut sich auf die neue Aufgabe und verrät schon mal, leidenschaftlich gern Apfelkuchen zu backen.

Die Äpfel dafür könnte sich die Äppelmoid künftig vom alten und neuen Apfelschälmeister schälen lassen. Steffen Niejacki aus Döllingen verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr und verwies seine sechs Konkurrenten auf die Plätze. Seine Apfelschale brachte es ohne Unterbrechnungen auf stolze 154 Zentimeter. Rund um den Apfel geht es auch in den nächsten drei Wochen. Denn erstmals schließen sich die Niederlausitzer Apfelwochen an die Veranstaltung in Döllingen an.

Bis zum 19. Oktober stehen unterschiedliche Höhepunkte auf dem Programm. Das reicht von speziellen Vorträgen im Naturparkhaus über leckere Apfelgerichte in Gaststätten der Region bis hin zu einem Apfelaufguss in der Sauna der Bad Liebenwerdaer Lausitz-therme Wonnemar. Am 11. Oktober kann man beim Tag der offenen Tür in der Bad Liebenwerdaer Bauer Fruchtsaft GmbH den Weg von der Frucht zum Saft einmal genau verfolgen.