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Stasi-Ausstellung
Wie die Staatssicherheit in Elsterwerda gearbeitet hat

Eine kleine Ausstellung zum Wirken des Staatssicherheitsdienstes der DDR ist derzeit in der Stadtbibliothek Elsterwerda aufgebaut. Elvira Rokitte hat die Informationstafeln ausgerichtet. Die Besucher können kommen.
Eine kleine Ausstellung zum Wirken des Staatssicherheitsdienstes der DDR ist derzeit in der Stadtbibliothek Elsterwerda aufgebaut. Elvira Rokitte hat die Informationstafeln ausgerichtet. Die Besucher können kommen. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Neue Ausstellung ist bis Monatsende in der Stadtbibliothek zu sehen. Vortrag am 10. November über das Wirken der Stasi. Anträge auf Akteneinsicht möglich.

Die Augen und Ohren der etwa 91 000 hauptamtlichen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR waren überall. Wo sich Lücken auftaten, wurden sie von nicht weniger als 189 000 Informellen Mitarbeitern (IM) mehr oder weniger gut unterstützt. Dies geschah auch in der Kleinstadt Elsterwerda.

Wie die Truppe von Stasi-Chef Erich Mielke hier gewirkt hat, das erfahren die Besucher der Stadtbibliothek Elsterwerda am Freitag nächster Woche während des Vortrages „Beobachten - Verfolgen - Zersetzen“. Referent ist Rüdiger Sielaff von der Außenstelle Frankfurt (Oder) der Stasi-Unterlagenbehörde. Beginn: 17 Uhr. Üblich war bei vorangegangenen Veranstaltungen, dass weiteres Informationsmaterial mitgebracht worden war. Auf großes Interesse stößt stets ein Ortsplan, der zeigt, wo sich in der jeweiligen Stadt die konspirativen Wohnungen für die geheimen Treffen befanden. Rüdiger Sielaff geht auch darauf ein, mit welchen Mitteln die Spitzel in Elsterwerda die Bevölkerung überwacht haben. Dabei spielte es keine Rolle, ob es Jugendliche, Arbeiter, Vertreter der Kirche, Künstler, Ärzte oder Lehrer waren.

Vor dem Vortrag beantworten Mitarbeiter des Frankfurter Stasi-Unterlagen-Archivs zwischen 14 und 17 Uhr Fragen der Besucher zur Akteneinsicht. An Ort und Stelle können Anträge gestellt werden, auch Wiederholungsanträge, da die Sichtung der Stasi-Akten immer wieder neue Erkenntnisse bringt. Auch nahe Angehörige von Verstorbenen haben dazu die Möglichkeit. Weitere Themen sind die Entschlüsselung der Decknamen von Inoffiziellen Mitarbeitern des DDR-Sicherheitsdienstes und die Anonymisierung in den Akten. Darüber hinaus können Interessierte ausgelegte Musterakten lesen und erhalten kostenfreie Publikationen zu den verschiedenen Themen.

Bereits aufgebaut ist in der Stadtbibliothek Elsterwerda die kleine Ausstellung „Überwachen. Verängstigen. Verfolgen - Stasi. Die Geheimpolizei der DDR“. Auf insgesamt 14 Tafeln wird dargestellt, in welchen Bereichen die Genossen von Stasi-Chef Erich Mielke möglichst alles wissen wollten. Für einen kurzen Überblick reichen diese Informationen. In die Tiefe gehen sie nicht.

So ist zu lesen, dass die Sicherheitsleute selbst politisches Interesse an der Jugend hatten. Auch im Urlaub im sozialistischen Ausland musste man damit rechnen, beobachtet zu werden, weil dort die „Gefahr“ bestand, auf Menschen aus dem kapitalistischen Ausland zu treffen.

Besucht werden kann die Ausstellung noch bis Ende November während der Öffnungszeiten der Bibliothek: montags und donnerstags von 10 bis 18 Uhr, dienstags und freitags von 10 bis 16 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr.

(mf)