Mit Sendemasten bekämpfen besorgte Bürger irrtümlich ein Ziel, von dem nicht die größte Gefahr ausgeht. Viel riskanter ist der intensive Gebrauch von Handys über Jahre hinweg. Viel wichtiger wäre - wenn auch weniger spektakulär - auf die Risiken eines allzu exzessiven Handygebrauchs aufmerksam zu machen, insbesondere bei Kindern.
So gibt es nur schwache und noch dazu umstrittene Hinweise, dass von Mobilfunk-Sendemasten ein Risiko ausgeht, dagegen gibt es starke und unstrittige Hinweise, dass intensiver Handygebrauch gravierende Spätfolgen in Form eines höheren Kopftumorrisikos nach sich zieht (internationale Interphone-Studie).
Bewiesen ist zwar noch nichts, die Hinweise auf negative Spätfolgen ausgiebigen Handygebrauchs verdichten sich jedoch seit etwa zwei Jahren. Die Risikoverteilung Handy/Basisstation zu Lasten des Handys lässt sich in einer realitätsnahen Modellrechnung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt eindrucksvoll darlegen: Sie dürfen sich rund zweieinhalb Jahre lang Tag für Tag in 100 Meter Abstand zu einer üblichen Mobilfunk-Basisstation aufhalten. Ihr Kopf nimmt in dieser Zeit nicht mehr Energie auf, als bei einem einzigen 45-Minuten-Gespräch mit einem schon ziemlich strahlungsarmen Handy!