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| 12:25 Uhr

Stadtführung fand leider wenig Resonanz

Mühlberg. Es ist alles so liebevoll vorbereitet. Katrin Brunk und Rosemarie Bauer luden am Sonntag zur ersten Adventsführung durch die Elbestadt ein. In altertümlichen Kostümen gehüllt, warten die beiden Damen auf ihre Gäste. Doch die Ernüchterung folgt schon bald. Lediglich zehn Einheimische wagen sich aus ihren gut geheizten Wohnzimmern nach draußen. Auf Besucher von außerhalb hofft man vergebens. Mehr Anklang sollte hingegen das anschließende Konzert des Jugendblasorchesters Falkenberg finden. Von Bettina Broneske

"Wir wollten mal etwas Verrücktes machen und hätten uns natürlich gefreut, wenn anstelle von zehn, heute 50 Besucher hier stehen würden", sagt Rosemarie Bauer leicht enttäuscht. Mit viel Liebe hatten die beiden Frauen die Adventsführung vorbereitet, sich zusätzlich ein Kostüm nähen lassen. Auch die wenigen Anwesenden zeigen sich enttäuscht, angesichts der geringen Resonanz auf diese außergewöhnliche Angebot. Doch deshalb den Kopf hängen lassen, dies kommt hier niemanden in den Sinn. Die kleine Runde steuert ihr erstes Ziel an – das Refektorium. Hier wartet die kleine Sophie Bayer schon aufgeregt auf deren Ankunft. Mit weihnachtlichen Weisen auf der Blockflöte verzaubert das Mädchen die Besucher. Katrin Brunk und Rosemarie Bauer geben einen kurzen Einblick in die Geschichte des Refektoriums und in die noch bis Januar laufende Ausstellung der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz. Auch an den nun folgenden Stationen in und um das Klostergelände warten musikalische Überraschungen auf die Gäste. Anika Winkler spielt auf ihren Akkordeon und Caroline Meißner hat schon die Gitarre gestimmt. Die Führung durch die Klosterkirche übernimmt Kirchenführer Walter Stoy. Während der gesamten Adventführung erfahren selbst die alteingesessenen Mühlberger immer wieder Neues über die historischen Bauwerke in ihrer Stadt. Natürlich werden dabei Erinnerungen wach und so manches Erlebte wird in der Runde erzählt. Eine kleine Stärkung, garniert mit einer witziger Weihnachtsgeschichte, wartet am Übergang von der Altstadt in die Neustadt. Günter Jahn hat sich den Bauchladen umgeschnallt und mimt den Pfefferkuchenmann. Tochter Dana unterstützt den Papa lautstark auf dem Horn. Und auch auf der letzten Station, im Schlosshof, wartet man bereits auf die Ankömmlinge. Wärmende Feuer sind entfacht, heißer Glühwein, Kaffee und Stolle laden zum Verweilen ein. Hier stellt sich erstmals der kürzlich gegründete "Regionale Strukturförderverein für ländliche Entwicklung Mühlberg" der Öffentlichkeit vor. Und als kleine Überraschung gewährt Schlossherr Hartmut Schröter einen Blick hinter die Gemäuer. In der kleinen Schlosskapelle lodern Kerzen und der Baubereich ist mit Lampen ausgeleuchtet. Ein eindeutiger Tenor schallt nach der Führung aus den wenigen Kehlen: "Schade, dass so wenig Interesse besteht. Es war so ein schöner Adventsspaziergang." Über zu wenig Publikum konnte sich das Falkenberger Jugendblasorchester jedenfalls nicht beschweren. Seit nunmehr vier Jahren gastiert das Blasorchester zur Adventszeit in der Mühlberg Frauenkirche. Unter der musikalischen Leitung von Hristina Varbanova-Knispel gab das Orchester einen einstündigen Einblick in sein Repertoire. Rund 70 Musikliebhaber lauschten den weihnachtlichen Weisen von Händel, Bach oder auch Schubert. Neben modernen weltlichen und christlichen Werken gehören auch die altböhmischen Weihnachtslieder zu den immer wieder gern gespielten Stücken des Orchesters. Der ehemalige musikalische Leiter Fritz Laube führte in altcharmanter Art durchs Programm.