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| 01:08 Uhr

Stadt im Taumel – ab heute „bebt“ Schlieben

Schlieben.. Obwohl gerade vor dem Moienmarkt der Stress gewaltig ist, wirkt Bürgermeister Helmut Richter, je näher das Fest rückt, gelöster als sonst. So manche Sorgenfalte ob des städtischen Haushaltes verschwindet vorübergehend. Gabi Zahn

Und dafür gibt es nur einen einzigen Grund: die Vorfreude auf das große Fest, das heute beginnt. Inzwischen wird bereits der 410. Moienmarkt - Moie nannte man frührer auch die Mägde - gefeiert.
Höchst feierlich klingt die Stimme des Stadtoberhauptes, als er sagt: „Ich lade alle Leute in Stadt und Land ein, unser Fest zu besuchen. Bringen Sie Freunde und Bekannte mit, ob Alt oder Jung, keiner wird sich langweilen. Jeder, der sich mit uns vergnügen möchte, ist herzlich willkommen.“
Sie werden es erleben, die Stadt wird „beben“ , denn die Schliebener können die Straßen gar nicht voll genug bekommen! Dass es auch diesmal wieder so wird, dafür ist gut vorgesorgt: mit Musik aller Couleur, mit Spiel, Spaß und Sternchen. Letztere werden am Sonntagabend den Himmel über Schlieben bunt erhellen. Und freilich begleitet kühler Rebensaft durch das Fest - bis hin zur vergnüglichen Weinseligkeit. Neben dem Schliebener Wein sind auch die Nachbarwinzer aus Jessen beim Moienmarkt dabei. Wer auch Fettbemmen und andere Schmäckerchen nicht verschmäht, der hat gute Chancen, das Fest in all seiner Güte zu erleben.
Das hat auch das Stadtoberhaupt längst erfahren und gibt es als „Durchhalterezept“ gern weiter. Erfahrene Moienmarkt-Gänger wissen, dass Helmut Richter kaum einen Programmpunkt - 23 sind es in diesem Jahr - auslässt. Bei einigen wirkt er sogar selbst mit: Was wäre die historische Ratssitzung ohne den Mann mit der schwarzen Robe, der doch zu gern den Damen, die links und rechts neben ihm sitzen, ins Wort fällt - oder gar, wenn diese „herrschsüchtigen Weiber“ zu frech werden, ihnen gestreng das Wort verbietet, was er - mit Verlaub gesagt, an dieser Stelle auskostet.
So dürfen die Gäste heute ab 19 Uhr im Festzelt wieder ein amüsantes und spitzfindiges Geplänkel aus alten Schliebener Zeiten erwarten. Der Chronist Hans-Dieter Lehmann hat dazu wie immer den historischen Stoff aus alten Schriften ausgesucht. Doch wer einmal genau hinhört, wird merken, dass so manches (Un-)Ding auch heute (immer wieder) ein Gleichnis findet.