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| 18:38 Uhr

Drei Leuchttürme in Uebigau-Wahrenbrück
Auch die Fläche hat gehörig Power

Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse besucht die Uesa GmbH in Uebigau (Foto), die BLG Logistik in Uebigau/Falkenberg und Kanalbauelemente Predl in Bönitz -  hier mit Bürgermeister Andreas Claus (l.), und den Uesa-Geschäftsführern Helmut Hoffmann und Dr. Jörg Nagel (r.).
Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse besucht die Uesa GmbH in Uebigau (Foto), die BLG Logistik in Uebigau/Falkenberg und Kanalbauelemente Predl in Bönitz -  hier mit Bürgermeister Andreas Claus (l.), und den Uesa-Geschäftsführern Helmut Hoffmann und Dr. Jörg Nagel (r.). FOTO: LR / Frank Claus
Uebigau. Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse sichtlich beeindruckt von Uebigau-Wahrenbrück. Von Frank Claus

Drei Stunden waren geplant, fast sechs sind es geworden. Gut, dass Brandenburgs Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse (SPD) für den Mittwochnachmittag keine Folgetermine angenommen hat. Es gibt auch in den ländlichen Räumen starke Unternehmen und Entwicklungen. Genau das will Uebigau-Wahrenbrücks Bürgermeister Andreas Claus der Staatssekretärin mit drei Beispielen verdeutlichen und aufzeigen, wie riskant es ist, die Unterstützung für den ländlichen Raum nicht auch ganz weit vorn einzuordnen.

Die Revision an den Güterwagen erfolgt bei der BLG RailTec in Uebigau sogar im beladenen Zustand. Auch eine Wasch- und Farbspritzanlage gibt es.
Die Revision an den Güterwagen erfolgt bei der BLG RailTec in Uebigau sogar im beladenen Zustand. Auch eine Wasch- und Farbspritzanlage gibt es. FOTO: LR / Frank Claus

Beispiel 1: Uebigauer Schaltanlagenbau. Geschäftsführer Helmut Hoffmann marschiert im Eiltempo durch die Unternehmensgeschichte, die längst nicht mehr nur in Uebigau, sondern auch in Polen und in der Mongolei mit eigenen Niederlassungen sowie dank zahlreicher Aufträge und Geschäftsbeziehungen in viele Länder Europas reicht. 640 Mitarbeiter, 89 Millionen Euro Umsatz und jährlich drei Millionen Euro Investitionen, dazu eine Fachkräftegewinnung vom Feinsten und soziales Engagement in der Region – schon wieder vor der Firmentür kommt Ines Jesse nicht umhin, zu sagen: „Das ist ein Haudegen, so richtig einer vom alten Schlag, der bewegt was.“

Brandenburgs Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse (SPD) in der Predl Kanalbauelemente GmbH in Bönitz, hier mit Geschäftsführer Manfred Predl.
Brandenburgs Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse (SPD) in der Predl Kanalbauelemente GmbH in Bönitz, hier mit Geschäftsführer Manfred Predl. FOTO: Andreas Claus

Beispiel 2: BLG Logistik GmbH in Uebigau/Falkenberg. Mit Geschäftsführer Thomas Bamberg braucht es nicht lange, um warm zu werden. Auch wenn der eine BvB- und die andere Hansa-Fan ist, wird schnell klar: Es ist wie beim Fußball: Wer was gewinnen will, muss sich bewegen. Das hat die BLG seit 2011 auf beeindruckende Weise getan. 84 Mitarbeiter, moderner Waggonservice, ein ausgefeiltes Flottenmanagement. 1300 Zugläufe werden pro Jahr realisiert, 500 Revisionen an eigenen und fremden Güterwagen pro Jahr absolviert. 25 Kilometer Gleise gehören auf dem oberen Bahnhof Falkenberg/Uebigau inzwischen dem Unternehmen. Problem hier wie auch bei der Uesa: dürftiges Internet. Existenzbedrohendes Internet ist es für die Uebigauer Schaltanlagenbauer sogar am Standort Lönnewitz. „Wir mussten für teures Geld eine eigene Lösung schaffen“, sagt Helmut Hoffmann. Und Bamberg macht auf die verkehrliche Lage aufmerksam: „Wenn Du als Logistiker überleben willst, brauchst Du mindestens Schiene und Straße. Und die Verbindung zur B 183 ist nun wirklich bescheiden.“ Das stellt die Staatssekretärin auf dem Weg nach Bönitz selbst fest.

Beispiel 3 Predl Kanalbauelemente GmbH in Bönitz. Firmenchef Manfred Predl schafft es dann endgültig: Die Staatssekretärin macht große Augen – über die rasante Firmenentwicklung, die Innovationskraft und vor allem die faltbaren Schachtböden, mit denen Kanalschächte saniert werden können, ohne Straßen aufzureißen. Die Firma Predl verkauft sie zu nicht einmal fünf Prozent in Brandenburg, dafür aber weltweit in England, Belgien, Österreich und Kanada. Sein Problem: „Wir brauchen zu lange bis zu den Autobahnen.“

Zurück nach Uebigau: Ines Jesse zieht den Hut, wie die Innenstadt auch mit Mitteln der Städtebauförderung saniert wurde und lernt unverhofft in München noch einen Macher kennen. Reiner Placek saniert dort das ehemalige Gutsareal, hat allein im Nebengebäude schon 400 000 Euro investiert. Bürgermeister Andreas Claus übergibt ihr eine Mappe mit allen nötigen Details. Schon für die nächste Woche ist weiterer Mailverkehr vereinbart. Ines Jesse hat Blut geleckt.