Von Frank Claus

Der Vorfall hat sich bereits in der Freitagnacht ereignet. Nach 22 Uhr, so Polizei-Pressesprecher Torsten Wendt, seien die Beamten in die Heinrich-Heine-Straße in Bad Liebenwerda gerufen worden. Eine Person, so die erste Meldung, sei vom Balkon des vierten Obergeschosses in die Tiefe gestürzt. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um eine 17-jährige Iranerin, die mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden sei.

Eine Zeugin, die im Nebeneingang des Wohnblocks wohnt, berichtet: „Der Film war gerade zu Ende, als ich einen lauten Streit in ausländischer Sprache gehört habe. Danach ein dumpfer Aufprall, so, als wenn ein Sack zu Boden fällt. Und schließlich laute, schmerzvolle  Schreie einer Frau.“

Bis in den frühen Morgen seien dann Rettungsdienst und Polizei am Ereignisort gewesen, hätten den Bereich, in dem die Frau auf den Boden prallte, abgesperrt. Weitere Ermittlungen habe es auf dem Balkon der Wohnung gegeben. Zeugen und Nachbarn aus dem direkten Umfeld seien vernommen worden.

Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon von der Cottbuser Staatsanwaltschaft bestätigt den Vorfall. Ermittelt werde in alle Richtungen. Eine Beziehungstat könne nicht ausgeschlossen werden. In der Wohnung lebt außerdem ein Kleinkind. Ob die Frau schwanger ist, wie Zeugen wissen wollen, bestätigten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft. Richtig sei allerdings, dass der 29-jährige Lebensgefährte nach dem Ereignis mit dem Fahrrad geflüchtet sei. Er konnte später gefasst werden und ist vorläufig festgenommen worden, wie der Oberstaatsanwalt bestätigt.