ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

Spreewald-Krimi vor grandioser Kulisse

Spannendes Spreewald-Derby in der Brandenburgliga vor mehr als 600 Zuschauern in Lübben: Pascal Freund vom HC Spreewald wird hier beim Torwurf vom Lübbenauer Nicola Kuhlmey attackiert.
Spannendes Spreewald-Derby in der Brandenburgliga vor mehr als 600 Zuschauern in Lübben: Pascal Freund vom HC Spreewald wird hier beim Torwurf vom Lübbenauer Nicola Kuhlmey attackiert. FOTO: Chris Guhrenz
Lübben. In der Handball-Brandenburgliga bezwingt der HC Spreewald trotz Rückstandes zur Halbzeit den großen Rivalen TSG Lübbenau mit 21:18 (7:10). Chris Guhrenz

Einen Spreewaldkrimi auf dem Hallenparkett gab es am Samstagabend im Lübbener Blauen Wunder. Beim Derby in der Handball-Brandenburgliga gewann der HC Spreewald mit 21:18 (7:10) gegen die TSG Lübbenau.

Es war schon das dritte Aufein andertreffen der laufenden Saison zwischen den Nachbarstädten aus dem Spreewald. Eine jahrelange Fan-Rivalität sowie der Hinrundensieg (24:28) und der Pokalerfolg (17:11) des HC heizten die Stimmung in der mit über 600 Zuschauern vollgefüllten Halle an. Lautstarke Unterstützung beider Fanlager sorgte bereits beim Einlauf der Mannschaften für Gänsehautfeeling.

Den Akteuren der TSG war zu Spielbeginn keine Nervosität anzumerken. Durch Rückraum shooter Henrik Wahnschaffe (2 Tore) und dem pfeilschnellen Justin Suhl (1) gingen die Männer von René Nolde schnell mit 0:3 (4. Min.) in Führung. Der HC fand schleppend ins Spiel, nahm sich oftmals frühzeitig den Wurf, ohne die Abwehr vorher in Bewegung gebracht zu haben. Erst in der achten Spielminute fiel das erlösende erste Tor durch Erik Handke (3:1).

Nun nahm die HC-Abwehr die nötige Aggressivität auf und forcierte so mehrere Ballverluste der TSG. Durch einen Konter von Nils Werner, einen sicher verwandelten Strafwurf von Danilo Wendt und Toren von Pascal Freund und Erik Handke aus dem gebundenen Angriffsspiel heraus gelang es dem HC das Spiel beim 5:4 (15. Min.) zu drehen.

Nach dem nötigen Team-Time-Out der TSG-Bank ließen jedoch die Gäste wiederum ihre Muskeln spielen. Drei schnelle Tore führten zum 5:7-Zwischenstand. Der bärenstarke TSG-Schlussmann Lars Kasper entschärfte reihenweise beste Einwurfmöglichkeiten. Nachdem Marian Siebert zwischenzeitlich zum 5:8 traf, war es Kapitän Nils Werner, der beim 6:8 (25. Min.) nach über zehn (!) Minuten ohne Torerfolg den Anschluss für sein Team herstellte.

Der Lübbenauer Spielgestalter Nicola Kuhlmey (2) setzte sich nun in Szene und erzielte das 6:10. Im letzten Angriff vor der Pause ließ der HC endlich den Ball laufen, suchte den freien Nebenmann und verkürzte per Strafwurf zum 7:10-Halbzeitstand. Eine zum Teil katastrophale Wurfauswahl im Angriff setzte die Abwehrreihe der Gastgeber im ersten Spielabschnitt unter Druck. Mit viel Laufarbeit, geblockten Würfen und einem guten Daniel Wegner im Tor gelang es jedoch, den Rückstand im Rahmen zu halten.

In der zweiten Halbzeit knüpfte die HC-Abwehr an die gezeigte Leistung an und auch der Angriffsmotor stabilisierte sich. Einem Krimi wie im Hinspiel stand nun nichts mehr im Wege. Ein guter Lauf des HC führte letztlich zur zweiten Führung im gesamten Spielverlauf (15:14, 48. Min.). Doch dann übernahmen die Lübbenauer wieder die Poleposition und brachten die Stimmung in der Halle fast zum Überkochen (15:16, 50. Min.).

Die Spieler waren nun jedoch am Leistungslimit angekommen. Lübbenau versuchte, durch einen langsamen Spielaufbau durchzuatmen. Die HC-Abwehr erkämpfte sich nun mehrfach den Ball und glich zum 17:17 (56. Min.) aus. Die Aufbaureihe der TSG hingegen vertändelte in der spielentscheidenden Phase mehrfach den Ball und brachte sich so um den verdienten Lohn.

Beim 18:17 hatte der HC plötzlich das Spiel selbst in der Hand. Lübbenau entschloss sich zu einer offenen Manndeckung, in der Florian Beyer seinen Gegenspieler stehen ließ und zum 19:17 (59. Min.) traf. Jedoch gab sich die TSG noch nicht auf. Der starke Kapitän Nicola Kuhlmey verkürzte auf 19:18 (60. Min.). In der offenen Manndeckung der TSG traf Chris Guhrenz 23 Sekunden vor Schluss zum vielumjubelten 20:18. Der letzte Gästeangriff verpuffte, sodass sich die HC-Männer schließlich beim 21:18-Endstand freudestrahlend in den Armen lagen.

Fazit: Beide Mannschaften zeigten aufopferungsvollen, spannenden Handballkampf um die Vormachtstellung in der Region, was von den zahlreichen Zuschauern mit stehenden Ovationen für beide Seiten honoriert wurde. Schlussendlich entschied die bessere Fitness und der ausgewogenere Kader in der spielentscheidenden Phase über den Sieg.

Der HC Spreewald verbesserte sich damit auf Platz 2 (21:7 Punkte) der Tabelle und trifft am Samstag in der Kolkwitz-Arena auf die zweite Vertretung des LHC Cottbus. Die TSG Lübbenau ist aktuell Vierter (17:11 Punkte).

HC Spreewald: Florian Kleindienst, Daniel Wegner - Tim Glowinkowski, Danilo Wendt (5/3 Tore), Florian Beyer (2), Erik Handke (4), Jörn Grötschel, Pascal Würfel, Nils Werner (6), Jens Kranick, Chris Guhrenz (3), Pascal Freund (1)

TSG Lübbenau: Lars Kasper, Florian Verhoeven - Nicola Kuhlmey (8/2), Rene Sewald, Felix Scheppen, Marian Siebert (1), Thomas Werban (2), Justin Suhl (3), Dustin Trenkmann (1), Stefan Richter, Richard Helbich, Henrik Wahnschaffe (3), Oliver Pipiale