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Schwerer Sturz bei WM-Premiere

Larissa Luttuschka beim WM-Rennen in Luxemburg. Bei der Abfahrt von einem vereisten Hang stürzte die 19-Jährige schwer.
Larissa Luttuschka beim WM-Rennen in Luxemburg. Bei der Abfahrt von einem vereisten Hang stürzte die 19-Jährige schwer. FOTO: M. Deines/mds1
Bieles. Den Zuschauern an der Strecke stockte der Atem, und in der Lausitz wurden schlimme Erinnerungen an den Unfall von Trixi Worrack wach: Larissa Luttuschka vom RSV Finsterwalde ist bei ihrer ersten Weltmeisterschaft im Radcross am Samstag in Luxemburg schwer gestürzt, konnte das Krankenhaus aber wieder verlassen. Aus Bieles berichtet Jochen Willner

Ihre Premiere bei der Radcross-Weltmeisterschaft hatte sich Larissa Luttuschka gewiss anders vorgestellt. Statt einen gelungenen WM-Einstand zu feiern, fand sich die 19-Jährige, die nach ihrem Sieg bei den deutschen Radcross-Meisterschaften der U 23 vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die Titelkämpfe im luxemburgischen Bieles nominiert wurde, im Krankenhaus wieder.

Was war passiert? Die Zuschauer am Rande der Strecke hielten den Atem an, als Larissa Luttuschka nach einer rasanten Abfahrt von einem tiefgefrorenen und schneebedeckten Hang in einem Loch hängen blieb, über den Lenker geschleudert wurde, sich überschlug und auf dem Kopf aufkam. "Ich hatte plötzlich keinen Halt mehr gefunden", erinnert sich das hoffnungsvolle Radsport-Talent vom RSV Finsterwalde an den Sturz.

Große Schmerzen

Mit großen Schmerzen blieb sie auf der Strecke liegen, die ersten Rettungskräfte eilten zu ihr. Sofort wurde sie in die Ambulanz an der Rennstrecke eingeliefert. Nachdem dort Halswirbel- und Kopfverletzungen nicht ganz ausgeschlossen werden konnten, kam Luttuschka in die nahe gelegene Klinik in Esch an der Alzette, wo eine MRT-Untersuchung Aufschluss geben sollte.

Erst am späten Samstagabend hatte die Radsportlerin, die im vergangenen Jahr an der Lausitzer Sportschule in Cottbus ihr Abitur gemacht hatte, Gewissheit, dass sie bei ihrem Sturz keine ernsthafte Verletzungen erlitten hat. "Es sind zum Glück nur Prellungen", berichtete Falk Putzke, Leistungssportreferent beim Bund deutscher Radfahrer (BDR), der die Athletin ins Krankenhaus begleitet hatte. Am Samstagabend konnte Larissa Luttuschka wieder ins Mannschaftsquartier nach Dudelange zurückkehren und die Nacht dort im Kreise des deutschen Teams verbringen.

"Ich habe schon noch starke Schmerzen an der Wirbelsäule, am Kopf und im Gesicht", sagte die Finsterwalderin, die einige Jahre für den RK Endspurt Cottbus fuhr. "Ich bin froh, dass es keine ernsthaften Verletzungen sind."

Welche fatalen Folgen solch ein Unfall haben kann, hat eine andere Lausitzer Sportlerin erst im vergangenen Jahr erleben müssen. Im Frühjahr war Straßenradsportlerin Trixi Worrack bei einem Rennen in Italien schwer gestürzt. Nach einer Not-Operation musste ihr eine Niere entfernt werden. Umso glücklicher dürfte Larissa Luttuschka sein, dass sie noch glimpflich davongekommen ist.

Nach ihrer Rückkehr in die Heimat wird die angehende medizinisch-technische Laborassistentin zunächst aber einige Tage mit dem weiteren Training pausieren müssen. Von dem Sturz-Schock zeigte sie sich mental schon gut erholt. "Ich werde den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken", betonte Larissa Luttuschka. "Jetzt kommt die Straßensaison und im Herbst und Winter werde ich wieder Radcross fahren", erklärte sie kämpferisch. "Der Sturz ist kein Grund, jetzt etwas zu verändern. Es war eine neue Erfahrung, daraus lernt man."