| 02:38 Uhr

Falkenbergs Träume nach dem Schlagerspiel

Im Duell große gegen kleine Lok hatte Falkenberg das Nachsehen.
Im Duell große gegen kleine Lok hatte Falkenberg das Nachsehen. FOTO: dmu1
Falkenberg. Nach dem Lok-Test zwischen dem ESV Lok Falkenberg und Lok Leipzig gehen beim Kreisoberligisten die Blicke in die Zukunft. Jan Lehmann

Beinahe wäre auch noch der jüngste Falkenberger Neuzugang zum Härtetest gekommen. Doch die dunklen Wolken über dem Falkenberger Jahn-Stadion behielten am Sonntag bei der 1:4 (0:2)-Niederlage des ESV Lok Falkenberg gegen den Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig den Regen für sich - und die neu eingeweihte Überdachung über der Zuschauertribüne war somit nur für den Sonnenschutz zuständig.

Und auch sonst blieb beim ESV Lok alles in trocknen Tüchern. Mit viel ehrenamtlichem Einsatz stemmte der Verein die Mammutaufgabe, die so ein Spiel gegen so einen Traditionsklub mit dem großen Fan-Aufkommen eben ist. "Wir sind alle ziemlich kaputt", erklärte Fußball-Abteilungsleiter Siegmar Casper und fügte an: "Aber vor allem sind wir glücklich, dass alles so gut geklappt hat." Bis auf einen Nacktflitzer, der aber nur einen im wahrsten Sinne kurzen Auftritt hinlegte, lief das Spiel reibungslos ab.

900 Zuschauer im gut gefüllten Ludwig-Jahn-Stadion gaben ein schönes Bild ab, das würde man sich in Falkenberg sicher öfter wünschen. Dafür wird nun an der Infrastruktur gearbeitet. Bürgermeister Herold Quick, der die neue Tribüne vor dem Spiel eröffnete, versprach: "Wir werden in den nächsten zwei Jahren insgesamt 800 000 Euro in die Hand nehmen und dieses Stadion mit der Turnhalle noch mal gründlich sanieren, damit wir dann wirklich ein Vorzeigestadion in der Region haben."

Auf dem Rasen hat derweil Trainer Mario Wolf eine junge Mannschaft entwickelt, die sich beim 1:4 (0:2) gegen den großen Favoriten sehr gut präsentierte. Co-Trainer Wilfried Freiberger konnte aufatmen. Er musste nur vier Stadionrunden laufen, so viele, wie das Team Gegentore kassiert hatte. Das hatte er mit der Mannschaft ausgemacht. Cheftrainer Mario Wolf lobte: "Wir haben uns gut geschlagen. Dabei haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten versucht, zuzustellen. Und ich freue mich, dass wir einige gute Offensivaktionen hatten." Wolf schaut schon auf die kommende Saison in der Kreisoberliga: "Mir hätte es besser gefallen, wenn das Spiel erst nach dem 1. Juli stattgefunden hätte. So gibt es immer noch einige Wechselgerüchte, aber ich hoffe, dass alle Spieler bleiben." Falkenberg gehört als Vize-Meister im kommenden Spieljahr zu den Aufstiegsaspiranten. Wolf sagt: "Wir wollen auf jeden Fall wieder oben mitspielen."

Die Pläne in Falkenberg reichen zudem schon etwas weiter - auch mit Blick auf Lok Leipzig. Durch den Falkenberger Robert Zickert, der seinen Vertrag bei den Leipzigern bis 2020 verlängert hat, soll die Verbindung zum Traditionsklub gehalten werden. Möglicherweise kann die sogar zu einer kleinen Kooperation ausgebaut werden.

In der Eisenbahnerstadt gibt es viele Sympathisanten für den einstigen Europapokal-Finalisten von 1987. Wolf schaut voraus: "Vielleicht schaffen wir es, die Leipziger in ein, zwei Jahren wieder zu einem Testspiel nach Falkenberg zu holen - und sind dann selbst vielleicht auch schon eine Klasse höher geklettert. Das wäre ein Traum."

Hinter den Kulissen wurde darüber schon etwas intensiver gesprochen. Abteilungsleiter Siegmar Casper berichtet: "Die Leipziger sind sehr aufgeschlossen. Sie haben uns gesagt: Wenn ihr einen Kunstrasenplatz hättet, würden wir auch im Winter ein, zwei Testspiele bei euch austragen." Noch gibt es keinen derartigen Platz in Falkenberg. Doch womöglich war das Duell ein Anstoß dafür - und irgendwann treffen sich beide Teams zum Härtetest auf Kunstrasen.

Zum Thema:
Robert Zickert hatte sich auf das Duell mit seinem Bruder Sascha gefreut. Doch dann musste sich der Falkenberger das Testspiel von der Leipziger Ersatzbank anschauen. Eine Muskelverletzung in der Wade hatte den Verteidiger gestoppt. Er sagt: "In der Saisonvorbereitung kann ich leider kein Risiko eingehen." Seit Montag ist das Regionalliga-Team zum Trainingslager in Italien. Zickert will dort so schnell wie möglich die Rückkehr ins Mannschaftstraining schaffen. Sein Ziel ist klar: Der erste Spieltag in der Regionalliga-Saison am 29. Juli. Dann soll Lok den aktuellen Gerüchten zufolge zum Auftakt im Derby gegen Chemie Leipzig antreten. Den Kracher will er natürlich nicht verpassen