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| 18:03 Uhr

Platzwunde nach Rudelbildung
Alte Herren rasten aus

Bad Liebenwerda. FC Bad Liebenwerda zieht Konsequenzen: Fußball-Saison ist beendet. Von Frank Claus

Das will man kaum glauben: Die Fußballer der Alte-Herren-Mannschaften des FC Bad Liebenwerda und des VfB Hohenleipisch 1912 sind Heißsporne –  schlimmer wie in Jugendtagen. Bereits am vergangenen Freitag treffen beide Mannschaften auf dem oberen Sportplatz beim fälligen Punktspiel aufeinander. Bad Liebenwerda ist Titelverteidiger, will auch diese Saison wuppen. Den Hohenleipischern wird nachgesagt, ebenfalls ehrgeizig zu sein. Sie wollen die Bad Liebenwerdaer vom Thron stoßen.

Schon die gesamte Partie geht es an diesem kühlen Spätnachmittag heiß zur Sache. Die Nachspielzeit ist in Bad Liebenwerda angebrochen. Es steht 3:1 für die Kurstädter. Eigentlich alles gegessen. Der Schiedsrichter gibt einen Freistoß und dann eskaliert die Situation. Im Spielberichtsbogen des Schiedsrichters ist später nachzulesen, dass er das alles zunächst nicht gesehen habe, es sei in seinem Rücken passiert. Doch als er sich umdreht, liegt ein Spieler des VfB bereits am Boden. Wie Augenzeugen berichten, habe der Mann geblutet. Folge einer Platzwunde am Kopf. Zuvor soll es eine Rudelbildung gegeben haben. Der Schiedsrichter bricht die Begegnung ab.

Der Rettungsdienst muss angefordert werden. Anzeige wird bei der Polizei erstattet. Vom Vorstand des FC Bad Liebenwerda ist zu erfahren, dass die herbeigerufenen Beamten ins Krankenhaus umgeleitet worden sein, weil der Geschädigte bereits eingeliefert worden war.

Nach Spielende habe es eine geraume Zeit gedauert, bis die Männer, alle um die 40 Jahre,  sich beruhigten. Und schließlich hätten Spieler beider Mannschaften beteuert, dass beide Vereine schuld an der entstandenen Situation haben würden. Dem Vorstand des FC Bad Liebenwerda reicht das Eingeständnis nicht. So etwas dürfe erwachsenen Leuten nicht passieren. „Was sind das für Vorbilder?“, fragt ein Vorstandsmitglied, der namentlich nicht genannt werden will. Der FC-Vorstand ist knallhart: „Wir ziehen unsere Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurück.“