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| 17:21 Uhr

Im Amt Plessa umgeschaut
Soziale Medien ersetzen nicht die  Jugendtreffs

 Tina Ducke, Jugendkoordinatorin im Amt Plessa, während einer Graffiti-Aktion im Jugendclub Gorden.
Tina Ducke, Jugendkoordinatorin im Amt Plessa, während einer Graffiti-Aktion im Jugendclub Gorden. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Bei jeder Gelegenheit wird das Smartphone gezückt. Die Botschaft über das Internet ersetzt heute vielfach die persönlich Begegnung. Für Tina Ducke, Jugendkoordinatorin des Amtes Plessa, sind die heutigen technischen Kommunikationstechniken dennoch keine Alternative zu den Jugendclubs. Hannah-Sophie Fischer*

Brauchen wir angesichts der sozialen Netzwerke überhaupt noch einen Jugendtreff? „Natürlich“, platzt es spontan aus Tina Ducke heraus. Sie ist seit 2012 Jugendkoordinatorin des Amtes Plessa. Für die 32- jährige studierte Sozial- und Politikwissenschaftlerin stellt sich die Frage gar nicht, ob wir auch in der heutigen Zeit Clubs für junge Leute brauchen.

Tina Ducke begründet dies damit, dass „die virtuelle die reale Welt nicht ersetzen kann, wie zum Beispiel Mimik, Körpersprache und Auseinandersetzung“. Sie betont ausdrücklich die Wichtigkeit eines öffentlichen Treffpunkts: „Wenn du ein Problem hast, ist die virtuelle Welt keine Bezugsperson. Denn so etwas wie Wärme und Zuwendung kann sie nicht geben.“

Es wird nicht nur gequatscht

Klar ist, dass die Jugendlichen in den meisten Clubs zusammenkommen, um sich einfach nur zu treffen und zu quatschen. Manche engagieren sich auch ehrenamtlich, leisten gemeinnützige Arbeit oder sie organisieren Projekte. Die Jugendkoordinatorin erinnert sich zum Beispiel an das Hip-Hop-Camp im Jahre 2017. Dieses beinhaltete auch einen Musikvideodreh in den Orten Elsterwerda und Plessa. In diesem Jahr sind unter anderem noch das 9. Schlammfußballturnier in Staupitz, das am Sonnabend, dem 6. Juli, von 10 bis 20 Uhr stattfindet und das 16. Volleyballturnier in Schraden am 17. August geplant.

 Der Jugendclub in Staupitz außerhalb der Öffnungszeit.
Der Jugendclub in Staupitz außerhalb der Öffnungszeit. FOTO: Hannah-Sophie Fischer

Manchmal hat man den Eindruck, dass fast nur Ältere die Jugendclubs besuchen. Für Tina Ducke ist das ein Klischee. Die meisten Treffs sind für 16- bis 27-Jährige. Doch nicht überall ist der Generationsübergang leicht. Die Älteren müssen sich halt irgendwann von ihrer Jugendzeit verabschieden und die Jüngeren sollten lernen, die Älteren in den Clubs zu akzeptieren.

Den kommunalen Finanzierungsbedarf der Jugendclubs im Amt Plessa hat Kämmerin Jennifer Rumsch im Blick. So bekam der Treff in Hohenleipisch im Jahr 2018 für die Betriebskosten etwa 2000 Euro als Zuschuss. Ansonsten organisieren sich die Mitglieder wie in den anderen Clubs selbst. In Gorden belief sich die Betriebskostenhilfe auf 2100 Euro und es wurden Ereignisse wie das Graffitiprojekt gefördert. Staupitz hat 2200 Euro erhalten. Im Jugendclub in Plessa betrug der Betriebskostenzuschuss 1500 Euro. Zusätzlich gab einschließlich Fördergeld 8000 Euro für Sanierungsarbeiten. In Döllingen belief sich der kommunale Zuschuss auf 1000 Euro, in Plessa-Süd auf 2000 Euro und in Schraden auf 2200 Euro.

Immer auf der Höhe der Zeit

Die aus Hohenleipisch stammende Jugendkoordinatorin beschreibt außerdem, was sie so an der Arbeit mit Jugendlichen reizt: „Ich bin dadurch immer up to date und nutze die neuen Medien sehr gern. Man bleibt einfach jung.“ Sie ist fasziniert davon, wie engagiert die Teens und Twens heute sind. Dabei erwähnt sie den Jugendclub in Staupitz, wo die Jugendlichen mit wenig Mitteln professionell arbeiten. „Das macht einfach Spaß und Großes entsteht“, erzählt sie begeistert.

Paul Gleitsmann, der Jugendclubleiter in Staupitz, berichtet, dass das Durchschnittsalter in dem Treff bei 22 Jahren liegt. Die Jugendlichen treffen sich dort, um gemeinsam Spaß zu haben, um am Tischkicker zu spielen und um an den Konsolen zu zocken. Natürlich wird auch mal etwas getrunken.

Aus Sicht von Tina Ducke bleibt festzuhalten, dass auch in der heutigen Zeit die Jugendtreffs ein wichtiger Baustein im sozialen Miteinander sind und bleiben sollten.

(*war in der LR-Redaktion Schülerpraktikantin vom Elsterschloss-Gymnasium)