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| 01:07 Uhr

Sommer, Sonne, SchweinehitzeSommer, Sonne, Schweinehitze

Herzberg.. 30 Grad Celsius im Schatten. Die Sonne drückt extrem auf den Planeten. Wohl dem, der gegenwärtig seine Beine in einen Pool stecken kann oder genüsslich am Kiebitz seine Bahnen zieht. Zufrieden mit dem Wetter dürften die Schüler und Lehrer der Region sein; die Gesichter der Bauern werden dagegen immer besorgter ob der Dürre. Von Sven Gückel

In den Büros wird geschwitzt, laufen Ventilatoren auf Hochtouren und mitunter sogar Klimaanlagen. Die muss Andreas Bachmann in Herzberg nicht extra einschalten, denn eine Kühlanlage läuft an seinem Arbeitsplatz das gesamte Jahr über. „Früher habe ich auf dem Bau gearbeitet und dabei literweise Wasser ausgeschwitzt. Hier drinnen ist es doch wesentlich angenehmer“ , sagt er überzeugt. Seit drei Jahren arbeitet er im Herzberger Fleischbetrieb Gourmet, in dessen Innerem Temperaturen von sieben Grad Celsius vorherrschen.
Krank war Bachmann seit seinem Eintritt in die Firma noch nie. „Das härtet ab“ , verweist er gleichzeitig auf die minus 20 Grad Celsius in der Kühlzelle.
Auch Heinz Bassi, Produktionsmeister des Unternehmens, hat sich mit der Kälte seit 19 Jahren arrangiert. Vor der Wende lag die Durchschnittstemperatur bei etwa zwölf Grad Celsius, erläutert er. Doch die neuen Hygienebestimmungen ließen das Thermometer noch einmal nach unten fallen.
Bei fünf bis maximal sieben Grad Celsius dürfen Wurst und Fleisch lagern - so schreibt es das Gesetz vor. Gleichwohl, im Winter wäre es schon angenehmer, macht Bassi deutlich. Denn dann sei der Temperaturschock mit der Außenwelt nicht ganz so groß.
Missen möchte er die gegenwärtige Arbeitstemperatur aber nicht. „Um so mehr freue ich mich auf den Feierabend und genieße den Sommer dann doppelt.“ Er sagt es - und verschwindet mit einer Ladung Fleisch wieder in der Kühlzelle.