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| 15:22 Uhr

Einbruch in Solarpark
135 Solarmodule bei Plessa gestohlen

Drei Solarmodule stehen im Solarpark bei Plessa auf einer Reihe übereinander. 45 Reihen, also 135 Module, wurden entwendet.
Drei Solarmodule stehen im Solarpark bei Plessa auf einer Reihe übereinander. 45 Reihen, also 135 Module, wurden entwendet. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Schaden beläuft sich auf mehrere 10 000 Euro. 26 Fälle 2017 in der Polizeidirektion Süd registriert. Von Frank Claus

Das war ein dicker Fischzug: 135 Solarmodule sind am vergangenen Wochenende aus einem Solarpark im Gewerbegebiet Plessa gestohlen worden. Einem Gartenbesitzer fiel am Sonnabend auf, dass der Zaun eines benachbarten Solarparks aufgeschnitten worden war.

Inhaberin des Solarparks ist Silvia Grimmer-Kube aus dem Altmühltal (Bayern), die gesteht, dass sie sich nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes erst in die Branche einarbeiten müsse. Deshalb könne sie auch noch keine Schadenssumme nennen, rechnet aber mit mehreren zehntausend Euro, da neben den Solarmodulen auch Wechselrichter und technisches Zubehör entwendet worden seien. Die Anlage sei videoüberwacht, allerdings nicht komplett. Die Täter haben die Module genau an der am wenigsten einsehbaren Stelle neben einem Feldweg entwendet. Die Eigentümerin geht davon aus, dass Profis am Werk waren.

Ein Drahtzaun allein ist für die Täter keine Hürde.
Ein Drahtzaun allein ist für die Täter keine Hürde. FOTO: Veit Rösler

Eine Vermutung, die nicht unbegründet ist, denn beim Klau von Solarmodulen agieren Polizeisprecherin Ines Filohn zufolge meist Banden. Im Jahr 2017 habe es in Elbe-Elster zwei Fälle von Solaranlagendiebstahl gegeben – beide seien nicht aufgeklärt. Im Jahr zuvor seien es drei gewesen, wobei in einem Fall die Täter gestellt worden seien.

Im Bereich der Polizeidirektion Süd  – dazu gehören die Kreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster sowie die kreisfreie Stadt Cottbus – seien 2017 insgesamt 26 Fälle von Solaranlagendiebstahl zur Anzeige gekommen, 13 hätten aufgeklärt werden können. In neun Fällen waren die Täter, so die Polizeisprecherin, Nichtdeutsche.

Gestohlen wurde am äußersten Zipfel des Solarparks fernab von Hauptstraßen.
Gestohlen wurde am äußersten Zipfel des Solarparks fernab von Hauptstraßen. FOTO: Veit Rösler

Weil sich in Brandenburg Diebstähle aus Solaranlagen häuften, ist im August 2015 eine Ermittlungsgruppe „Helios“ gebildet worden. Mit Erfolg. Schon im Frühjahr 2016 konnte eine polnische Diebesbande gestellt werden, die aus einem Solarpark in der Prignitz Solarmodule in größerem Stil entwendet hatte. Weitere Ermittlungen hätten zu Tätergruppen im Raum Zielona Gora geführt. Von dort aus seien Diebstähle vor allem in Brandenburg organisiert worden. 

Zudem habe die Polizei bundesweit ihre präventive Arbeit deutlich erhöht. Vielfach lägen Solarparks entfernt und unbewacht, seien meist nur mit Drahtzäunen umgeben. Für Kriminelle kein Problem. Die Polizei Bayern hat mehrere Hinweise herausgegeben, empfiehlt zum Beispiel Sicherungen der Ständer und Module, die mit handelsüblichen Werkzeugen nicht geknackt werden können.  Module sollten codiert sein. Gute Erfahrungen gebe es mit schwer ablösbaren Etiketten. Und Zäune sollten möglichst mit einem elektronischen Meldesystem gekoppelt sein. In entfernteren Gebieten werden auch Wegesperrungen, soweit machbar, empfohlen, um den schnellen Abtransport zu erschweren.

Im Plessaer Fall nimmt die Polizei in Elsterwerda unter Tel. 03533 6050 Hinweise entgegen.