Sie sind bekannt für ihre kritische, mitunter beißend-ironische Kritik – die Altenauer Künstler E.R.N.A. und Paul Böckelmann. An ihren Freundeskreis und an die RUNDSCHAU haben sie kurz vor Weihnachten diese Zeilen geschickt:

Alle Jahre wieder holt uns die heimelige Zeit erlaubter Gefühle ein. Sentimentalität ist ohne Scham vorzeigbar. Und wer meint, dieser letzten Dezemberdekade ignorierend entsagen zu können, dem werden in jeder größeren Verkaufsstelle, ob Super-, Bau- oder Elektromarkt, ab spätestens November Erinnerungshilfen in den Weg gestellt. Und sollte man Auswege im Internet suchen, gerät man in die Fänge schwarzer Freitage. Mit Black Friday jagt dich manche Plattform zur bargeldlosen Zahlung. Aber welcher heutige Konsument kann und will sich noch an den Schwarzen Freitag vor 90 Jahren erinnern?

Kunstprojekt sorgt für Zündstoff Selbstinszenierung oder Meinungsfreiheit?

Altenau

Was haben die Menschen gelernt?

Uns genügt schon die Erinnerung ans verflossene Jahr. Rückblickend nach einem Motto für 2019 suchend, fällt mir ein gebräuchliches Sprichwort ein: „Sie sägen den Ast ab, auf dem sie sitzen.“ Und erst mit dem ironischen Zusatz versehen: „Sie werden Holz brauchen.“, scheint mir dieses 2019-Motto korrekt, faktisch als Vorzeichen geeignet.

Und Menschlichkeit?

Da ich schon mal dabei bin, auf die Sprichwörter der Altvorderen zurückzugreifen, dieses: „Wir sitzen alle in einem Boot“. Aber wenn es aus Richtung Afrika kommt, dann ist es nicht unsres. Glaubt mancher. Oder aber die mögen im Unterdeck schindern, unsichtbar für den Genießenden.

Da wir bei einem lebenswichtigen Element gestrandet sind: „Das Wasser steht uns bis zum Hals.“ Zynischer Zusatz: „Aber nicht bei uns.“ Manche glauben, dass das Wasser sich an alle Vergangenheiten erinnert. Ich hoffe dann, dass es nicht ein einziges Mal mit dem Mittelmeer in Berührung kam. Und das „Blut ist dicker als Wasser“ wird keinem helfen, um aus der Misere zu entfliehen. Eben doch: Skurril obskur – verquere Welt.

Wir wünschen allen eine Stille Nacht, heilige Nacht und dann, wenns böllert, aufgewacht.

Statt eines selig machendes Bildes, haben sie zum Text ein Foto als „Bilderrätsel“ mitgeschickt und fragen: Wer findet einen Titel?