ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:10 Uhr

Am Donnerstag Krisengespräch
Die Stimmung ist brenzlig am Kiessee Zeischa

Wege versperrt: Die Bungalowbesitzer sind sauer, der Bergwerksbetreiber sieht sich im Recht. Auch das ist Donnerstag Thema.
Wege versperrt: Die Bungalowbesitzer sind sauer, der Bergwerksbetreiber sieht sich im Recht. Auch das ist Donnerstag Thema. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Verhältnis zwischen der Stadt Bad Liebenwerda und dem Bergwerksbetreiber ist angespannt. Landesbergamt heute vor Ort. Von Frank Claus

Welche Erwartungen er an das heutige Gespräch mit der Stadt Bad Liebenwerda und dem Landesbergamt knüpft? Mirko Schüring, Kies-Bergwerksbetreiber in Zeischa, antwortet mit einem Wort: „keine“. Das drückt aus, wie zerrüttet das Verhältnis inzwischen ihm und der Stadt Bad Liebenwerda ist. Und da geht es längst nicht mehr nur um abgelegte Baumstubben und versperrte Wege.

Peter Lange, Bad Liebenwerdas Stadtplaner, hingegen, will einen anderen Weg. „Was war, muss offen angesprochen werden. was wir aber unbedingt brauchen, sind ein Schlussstrich unter alles und ein gemeinsamer Neuanfang.“ Vom Landesbergamt erwarte sich die Stadt eine moderierende Funktion.

Ob der Neuanfang gelingt? Mirko Schüring ist deutlich „angefressen“, fühlt sich seit Längerem von der Stadt überfahren. Dabei hat er das Gewinnungsrecht im Bergwerksfeld. Und das zieht sich weiter, als gemeinhin bekannt. Denn auch Teile der Bungalowsiedlungen, der Sportplatz Zeischa, die Gaststätte am Wald und selbst der von der Stadt zur Wohnbebauung vorgesehen „Hasenwinkel“ gehören noch zum Bergwerksfeld. „Darunter liegt Kies, der mir gehört. Warum soll ich auf den Abbau verzichten?“, sagt Mirko Schüring. Die Stadt habe zum Beispiel bei der Entwicklung des „Hasenwinkels“ mit allen möglichen Behörden, so auch dem Landesbergamt gesprochen, aber nicht mit dem Eigentümer des Bergwerksfeldes. Gleiches treffe auf den von der Stadt veranlassten Neubau eines Abzweigs an der Kreuzung der B 183-Ortsumfahrung am Haidchensberg zu. Dort hat die Stadt 120 000 Euro ausgegeben, „ohne über die Perspektiven am Kiessee mit mir Einigkeit erzielt zu haben“, sagt Schüring.

Auch bei den Wegesperrungen sieht sich der Bergwerkschef im Recht. „Ich hatte den Bungalowbesitzern angeboten, ihre Areale zu vermessen. Das haben sie nicht gemacht. Dann habe ich es getan und die Absperrungen auf die Grenze gestellt.“ Gerhard Ludwig, der Vorsitzende der Bungalowsiedlung 1, versteht die Zuspitzung nicht. „Ein Bungalowbesitzer hat noch sein Auto in der Garage, ist zur Kur und bekommt es jetzt nicht mal mehr raus.“ Außerdem hielten die Datschenbesitzer auch das Umfeld bis hin zum Wasser sauber. Mirko Schüring zuckt mit den Schultern. „Ich kriege Druck vom Landesbergamt, weshalb ich einfach so Leute aufs Betriebsgelände lasse.“

Jede Menge Zündstoff also für die Donnerstag-Runde. Der Präsident des Landesbergamtes hat übrigens seinen persönlichen Auftritt abgesagt. Die Mitarbeiter, so Mirko Schüring, hätten nur eine Stunde Zeit.