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| 09:57 Uhr

Sieg für Hannelore Brendel

Bürgermeisterwahl in Mühlberg: Jungwähler Enrico Bahr (21) wirft im „Hamburger Hof“ (Wahlbezirk Altstadt) den Wahlschein unter den Augen der Wahlhelfer Dietmar Müller und Rosemarie Bauer in die Urne.
Bürgermeisterwahl in Mühlberg: Jungwähler Enrico Bahr (21) wirft im „Hamburger Hof“ (Wahlbezirk Altstadt) den Wahlschein unter den Augen der Wahlhelfer Dietmar Müller und Rosemarie Bauer in die Urne. FOTO: Karsten Bär
Mühlberg. Mühlberg hat sich entschieden – und das ganz, ganz deutlich. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl konnte Hannelore Brendel die meisten Kreuzchen auf den Wahlzetteln auf sich vereinen. Überwältigende 92 Prozent der Wahlberechtigten gaben der parteilosen Einzelbewerberin ihre Stimme. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,2 Prozent. Von Karsten Bär <br> und Antje Posern

Die beste Wahlbeteiligung konnte Wahlleiter Uwe Kaupsch in Weinberge mit 71 Prozent ausmachen, die niedrigste mit 40 Prozent in Koßdorf. Gravierende Unterschiede habe es bei der Wahl zwischen den städtischen und den ländlichen Wahllokalen nicht gegeben, sagte er.
Dass die Wahl gut angelaufen war, erfuhr die RUNDSCHAU bei ihrer gestrigen Stippvisite. Nein, bedauert Günter Jahn, nicht jeder trinke ein Bier, nachdem er gewählt hat. Das ist schade für den Gastwirt, denn im Mühlberger Wahlbezirk Altstadt, dessen Wahllokal sich in Jahns „Hamburger Hof“ befindet, geben die Wähler fleißig ihre Stimme ab. „Das geht bei uns hintereinander weg“ , sagt Wahlhelferin Rosemarie Bauer am Nachmittag. „So macht das auch Spaß“ , fügt sie hinzu, während einige junge Leute in der Kabine verschwinden.
Langeweile kommt auch in Weinberge nicht auf, wo Roswitha Findeisen und weitere Wahlhelferinnen die Stellung halten. 148 Wahlberechtigte können in diesem Stadtteil ihre Stimme abgeben. „An die drei Viertel waren bestimmt schon da“ , schätzt Roswitha Findeisen gegen 15.30 Uhr.
Eine „gewisse Politikverdrossenheit“ hat dagegen Albrecht Stamm in Brottewitz ausgemacht. Eher verhalten sei die Wahlbeteiligung, schildert der Ortsbürgermeister und Stadtverordnete. Er bedauere das. „Wie man abstimmt, muss jeder selbst wissen. Wichtig ist, dass man wählt.“ Dies sei gerade angesichts der Aufgaben, denen sich das neue Stadtoberhaupt stellen muss, von Bedeutung. „Der neue Bürgermeister wird sich daran messen lassen müssen, wie sich Mühlberg wirtschaftlich weiterentwickelt“ , meint Stamm, der auf 18 Jahre kommunalpolitischer Erfahrung zurückblickt. Mit Tourismus, Elbhafen und neuer Brücke seien gute Ansätze vorhanden. Trotzdem meint Stamm: „Der Bürgermeister, der das jetzt in die Hände nimmt, der hat kein leichtes Los.“
Dieser Aufgabe stellen wird sich Hannelore Brendel. Mit deutlichen 92 Prozent der Stimmen machte die 50-Jährige bei der gestrigen Wahl das Rennen. Konkret gaben ihr 2151 der 2382 Wähler eine Stimme. Am 21. Juli wird sie ihr neues Amt antreten. Gestern war sie selbst von dem mehr als deutlichen Ergebnis überrascht, wenngleich sie freilich auf einen Sieg gehofft hatte. „Das ist eine große Herausforderung. Ich hoffe, alle Erwartungen erfüllen zu können“ , sagte sie gestern nach Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses. Da sie heute wieder zur Arbeit muss, blieb gestern nur Zeit, mit der Familie und Freunden anzustoßen. Dieter Jähnichen, der nach 16 Jahren Amtsdirektor und Bürgermeister in den Ruhestand gehen wird, wünschte ihr eine glückliche Hand bei der Fortsetzung der begonnenen Aufgaben.
Sehr betroffen zeigte sich Walter Beyer, der gerade mal 74 Stimmen erhalten hatte. Er führte das Ergebnis auf seine Position zur Fähre zurück. „Ich muss das erstmal setzen lassen“ , sagte er gestern Abend. Dann werde er entscheiden, ob er sich im September erneut als Kandidat für das Stadtparlament zur Verfügung stellt.
CDU-Kandidat Josef-Rudolf Schmidt hegt ähnliche Überlegungen. Die 112 Stimmen würden ihn dazu ermutigen, sagte er. Die Niederlage empfinde er als „nicht so schlimm“ . Er werde sich anderen Aufgaben widmen. So wolle er in Sachen Wirtschaft „am Ball bleiben“ .