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| 02:41 Uhr

Seit Mützenrekord lebt Handarbeit auf

Michaela Jahn vom Elsterwerdaer Handarbeitsgeschäft sagt, dass die Riesenmütze fürs Guinnessbuch zum Handarbeitsboom geführt hat. Stricken und Häkeln werden wieder erlebt, Sommermützen und mehr werden selbst gefertigt oder in Auftrag gegeben.
Michaela Jahn vom Elsterwerdaer Handarbeitsgeschäft sagt, dass die Riesenmütze fürs Guinnessbuch zum Handarbeitsboom geführt hat. Stricken und Häkeln werden wieder erlebt, Sommermützen und mehr werden selbst gefertigt oder in Auftrag gegeben. FOTO: Mona Claus/mcl1
Die riesige Bommelmütze mit einem Gesamtgewicht von 222 Kilogramm, gefertigt aus 1051 Einzelteilen und einem Umfang von 33,13 Metern, sollte Elsterwerda berühmt machen und in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen werden. Ein halbes Jahr ist seit dem Wiegen, Vermessen, Auf- und Abbauen vergangen. Und was nun weiter? Das fragte die RUNDSCHAU Michaela Jahn, Organisatorin des Spektakels.

Die Anfragen, was aus der Rekord-Bommelmütze geworden ist, häufen sich bei der RUNDSCHAU. Hat es Elsterwerda endlich in das Guinnessbuch geschafft?
Mittlerweile gestaltet sich das Prozedere echt anstrengend. Wir haben alle Auflagen und Anforderungen, die für den Guinnessrekord notwendig waren, ordnungsgemäß erfüllt. Wiegeprotokolle, bestätigte Zeugenaussagen, Erklärungen, Videoaufnahmen und Fotos, alles haben wir fristgerecht eingereicht.

Und ?
Anschließend kam eine neue Aufforderung. Wir sollten alles ins Englische übersetzen. Das ist inzwischen auch erledigt.

Weiter?
Nun kam die Aufforderung, weitere unabhängige Zeugen zu finden. Diese sollen eine kurze schriftliche Erklärung zum Rekordversuch ausfüllen. Das haben wir bis zum März zu erledigen.

Wie läuft das?
Dazu benötigen wir dringend noch Unterstützung. Wir suchen Besucher der historischen Einkaufsnacht in Elsterwerda, die das Aufziehen der Mütze verfolgt haben und dieses mit ihren persönlichen Daten gegenüber der Guinness-Jury bestätigen. Da die Protokolle in englischer Sprache sind, empfehle ich, bei mir im Geschäft am Denkmalsplatz vorbeizuschauen. Dann helfe ich beim Ausfüllen. Es wäre schön, wenn wir bis Ende Februar alle Zeugenaussagen zusammenbekommen. Gefordert sind ebenso weitere Film- und Fotonachweise.

Dass sich das so hinzieht, damit hatte wohl niemand gerechnet. Welche Initiativen sind eigentlich darüber hinaus entstanden?
In meinem Geschäft hat sich das Angebot an Material und Zubehör seit dem Bommelmützen-Wettbewerb um ein Vielfaches erweitert. Die Nachfrage ist enorm. Die Wolle lagert nicht mehr allzu lange im Regal, regelmäßig wird nachbestellt, um dem Bedarf gerecht zu werden. Handarbeiten sind im Trend, so viel steht fest. Momentan will wohl scheinbar jeder eine passende Mütze zum übrigen Outfit haben. Kinder, Jugendliche und Erwachsene lieben Häkelmützen. Wer keine Mützen fertigt, strickt Socken oder Kissenplatten, Pullover oder Loopschals, Babygarnituren oder anderes.

Und was ist aus den Strickfrauen geworden?
Auch sie haben die Stricknadeln noch nicht wieder zur Seite gelegt, werden mitunter sogar für Spezialaufträge angefragt. Einige der Frauen habe ich aber auch schon zum Nähen verführt. Ich bin da ganz offen. Wer Lust hat, mal etwas zu nähen, meldet sich bei mir. Wenn drei Personen das Gleiche möchten, gebe ich gern meine Erfahrungen weiter.

Und das neben dem Kostümverleih, der Arbeit an der Nähmaschine und dem Brautausstatter?
Das geht schon alles, ich bin da optimistisch.

Mit Michaela Jahn

sprach Mona Claus/mcl1