(mf) Trotz des Fahrverbotes auf der Landesstraße 63 zwischen Grünewalde und Staupitz für alle, die nicht Bewohner und Dienstleister sind, herrscht dort seit Wochen reger Betrieb. Die am Montagvormittag wieder für den Durchgangsverkehr freigegebene Ortsdurchfahrt (Grünewalder Straße) scheint ein Vielfaches mehr Anlieger als Bewohner zu haben. Mit dem Banddurchschnitt durch Brandenburgs Verkehrsministerin ­Kathrin Schneider sind die Fahrten jetzt legal. Und das deutlich vorfristig. Auf einer Bautafel ist September 2019 zu lesen.

Obwohl es so manch ein Anwohnerproblem vor allem hinsichtlich der Grundstückszufahrten gegeben hat und neben dem Land unter anderem auch die Gemeinde, der Wasserverband Lausitz und die Breitband-Firma aus Lauchhammer einige Partner an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt waren, ist die etwas mehr als einjährige Bauzeit auf dem immerhin 1,2 Kilometer langen Abschnitt relativ geräuschlos über die Bühne gegangen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Bauausführung und der Bauzeit“, lobt dann auch der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey. Selbst das kurzfristig entschiedene Unterprojekt „Glasfaser“ konnte erfolgreich eingeordnet werden. „Wenn man einen Ort aufreißt, dann muss ein Leerrohr rein. Das ist hier gelungen“, lobt er. Bürgermeister Fred Wickfeld habe unermüdlich gekämpft. Die Straßenfreigabe ist ein schönes Geschenk zu seinem runden Geburtstag am Dienstag, wie er beim Banddurchschnitt verraten hat.

Die erste Ortsdurchfahrt in Staupitz in nach Angaben von Verkehrsministerin Kathrin Schneider eines von 70 Projekten des Landes aus dem 100-Millionen-Euro-Programm zur Sanierung von Ortsdurchfahrten. Dadurch verbessern sich die Lebensverhältnisse. Die vorherige Betonstraße war eine lärmende Zumutung.

In die erste Ortsdurchfahrt von Staupitz investierten das Land 1,8 Millionen Euro, die Gemeinde/das Amt 352 000 und der Wasserverband Lausitz 430 000 Euro. Die Fahrbahn ist jetzt 6,50 Meter breit. Es gibt einen Gehweg und eine Straßenentwässerung, die die Kraftfahrer auf der wellenartigen Fahrbahn (Pendelrinne) spüren. Dies ist jedoch nicht unangenehm, wenn man sich an Tempo 50 hält.

Die zweite Landesstraße (L 62) in Staupitz wird nicht vor 2021 gebaut, heißt es vom Landesbetrieb Straßenwesen, weil das inzwischen von Privat an die Gemeinde verkaufte Eckhaus einem Verkehrsraum mit mehr Sicherheit weichen soll. Dieses zweite Projekt befinde sich derzeit in der Entwurfsplanung.

Auf der einstigen Grünewalder (Beton-)Straße galt wegen des Krachs Tempo 30 für Lastwagen, auf der neuen Straße nicht mehr. Das Straßenverkehrsamt behalte dort jedoch den Verkehr im Blick, heißt es aus der Behörde.

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