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| 16:46 Uhr

Vereine
Sehbehinderte und Blinde haben Interessenvertretung

Bezirksgruppen-Vorsitzender Willfried Krüger mit Ehefrau Monika. In Elsterwerda und anderen Orten ist viel für Behinderte getan worden.
Bezirksgruppen-Vorsitzender Willfried Krüger mit Ehefrau Monika. In Elsterwerda und anderen Orten ist viel für Behinderte getan worden. FOTO: Manfred Feller
Elsterwerda. Die Bezirksgruppe Bad Liebenwerda hilft Betroffenen.

Wie stark ein Verein sein kann, wenn berechtigte Interessen durchzusetzen sind, das hat der elfjährige Nick erfahren. Er ist das jüngste Mitglied der Bezirksgruppe Bad Liebenwerda des Blinden- und Sehschwachenverbandes Brandenburg (BSVB). Bei ihm gab es nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden Willfried Krüger aus Elsterwerda große Schwierigkeiten beim Beantragen der Blindenhilfe. „Erst nachdem wir die RBM - Rechte behinderter Menschen - gGmbH in Marburg eingeschaltet hatten, kam Bewegung in diese Angelegenheit. Das von der Kreisverwaltung bewilligte Geld war zu niedrig berechnet“, erinnert sich Willfried Krüger. Er ist vor vier Jahrzehnten selbst langsam erblindet. „Mit einer Untätigkeitsklage hatten wir schließlich Erfolg“, zeigt er sich zufrieden.

Im Januar dieses Jahres erfolgt die vorerst letzte Stufe der Erhöhung des Blindengeldes auf jetzt 345 Euro in Brandenburg. „Damit liegen wir unter den 16 Bundesländern nur auf Platz 14. Unser Verband kämpft seit Jahren für ein einheitliches Blindengeld in Deutschland“, erläutert der Vorsitzende der Bezirksgruppe.

Deren Mitglieder haben sich in der Vergangenheit um viele Probleme von Sehschwachen und Blinden in Elbe-Elster gekümmert. Bei einer älteren Dame war es der Widerspruch gegen horrende Energiekosten. Eine andere hatte bei ihrer Krankenkasse nach 20 Jahren eine neue Lupenfernrohrbrille beantragt. Dies sei abgelehnt worden. „Auch hierbei haben wir nach unserem Widerspruch die RBM Marburg eingeschaltet. Nun hoffen wir auf einen positiven Ausgang“, erwartet Willfried Krüger die Entscheidung.

Zu der Bezirksgruppe Bad Liebenwerda des Blinden- und Sehschwachenverbandes Brandenburg zählen derzeit 35 Mitglieder. Längst nicht alle in dem Einzugsgebiet Betroffenen gehören dem Verband an. Der Altersdurchschnitt liegt bei 72 Jahren. Die Mitglieder kommen aus Orten zwischen Herzberg und Ortrand im Nachbarlandkreis. „Je mehr Sehbehinderte wir in unserem Verband vereinen, um so mehr Gehör finden wir bei den Politikern, wenn es um den Erhalt sozialer Standards geht“, lädt der Vorsitzende Willfried Krüger noch mehr Menschen zur Mitarbeit ein.

Inzwischen gehört auch ein Syrer zur Bezirksgruppe. Der durch Kriegshandlungen erblindete Flüchtling lebt mit seiner Familie seit April 2015 in Elsterwerda und wird von einer einheimischen Familie betreut.

Der Vorstand setzt sich nicht nur für die Interessen der vornehmlich älteren Sehschwachen und Blinden ein, sondern organisiert auch ein abwechslungsreiches Gruppenleben. Die thematischen Veranstaltungen drehen sich um Gesundheitsthemen, aber auch um das alltägliche Leben und damit um die Verbesserung der Lebensqualität. Auch das Sensibilisieren der Öffentlichkeit für die Belange der Betroffenen gehört dazu. Aufklärend wirken zum Beispiel der Tag der Sehbehinderten (stets am 6. Juni), die Woche des Sehens und der Tag des weißen Stockes (immer am 15. Oktober).

Ohne Unterstützer geht es auch in der Bezirksgruppe Bad Liebenwerda nicht. Willfried Krüger nennt stellvertretend die vier fördernden Mitglieder Karin Strehle, Christine Schmidt, Annchen Gassan und Monika Krüger.