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| 09:52 Uhr

Drei Segelflugzeuge müssen bei Elsterwerda außenlanden
Aufwind fehlt - Segelflieger landen im Maisfeld

 Landung auf dem Feld – Drei Segelflugzeuge müssen am Freitag auf einem vom Regen tief getränkten Maisfeld außenlanden. Ein Pkw, der helfen will, „buddelt“ sich ebenfalls ein.Schließlich hilft die Feuerwehr.
Landung auf dem Feld – Drei Segelflugzeuge müssen am Freitag auf einem vom Regen tief getränkten Maisfeld außenlanden. Ein Pkw, der helfen will, „buddelt“ sich ebenfalls ein.Schließlich hilft die Feuerwehr. FOTO: VRS
Elsterwerda/Hohenleipisch. Wegen fehlender Thermik müssen drei Segelflugzeuge am Freitagabend zwischen Elsterwerda und Hohenleipisch (Elbe-Elster) landen. Was die Piloten nicht wissen: Im Bereich ihrer „Landebahn“ hat es Stunden vorher stark geregnet.

Davon können die Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens nur träumen. Drei Landungen und ein Langzeitparker an einem Tag! Was mag in den Piloten vorgegangen sein? Auf diese Frage winken sie nur ab. Der Vorgang ist peinlich und kostet mindestens einen Kasten Bier! Innerhalb kurzer Zeit sind am Freitagabend auf einer großen Landwirtschaftsfläche mit bereits aufgekommenen zarten Maispflänzchen zwischen Elsterwerda und Hohenleipisch drei Segelflugzeuge außengelandet.

Wenn was schief geht: Außenlandung

Die Außenlandung ist die Rückfallebene, gelingt es dem Piloten eines Segelflugzeugs wegen fehlender Thermik nicht mehr, zu einem Flugplatz zu gelangen. Die Piloten wollen den Vorgang nicht als Notlandung verstanden wissen. Innerhalb der 26. Canitzer Streckenflugwoche waren am Nachmittag nahe Riesa (Sachsen) in der Clubklasse mehr als 70 Flugzeuge mit Piloten aus ganz Deutschland gestartet. Anzuvisierende Zielpunkte waren an diesem Tag nach einer Solaranlage bei Zeithain die Städte Guben und Boxberg sowie der Lausitzring.

Von Anfang an Probleme mit der Thermik

Schon von Anfang an habe es Probleme mit der Thermik gegeben. So konnten die Piloten maximal eine Höhe von ca. 1000 Meter erreichen. Auf dem ohne Höhenbegrenzung ausgelegten Flug wären 1400 bis 1700 Meter die Regel. Im Elbe-Elster-Kreis war dann eine kritische Lage erreicht, mit der eine Rückkehr bis in den Raum Riesa nicht zu erwarten war. In so einem Fall müssen die Piloten dann nach einer einigermaßen sicheren Landemöglichkeit Ausschau halten, auf der weder Menschen noch Sachwerte gefährdet werden können und auf der weder Gräben, größere Steine oder Überlandleitungen zu erwarten sind.

Diese Entscheidung ist immer wieder eine Herausforderung. Nach der ersten erfolgreichen Landung auf dem Feld nahe Dreska registrierten zwei weitere Piloten in noch luftiger Höhe die offensichtlich sichere Landung ihres Kollegen. Zumindest war der Flugapparat noch in einem zusammenhängenden Zustand erkennbar. Was alle drei Piloten nicht wussten: Am Vorabend war ein extrem ergiebiger Wolkenbruch über dem Gebiet niedergegangen.

Teile der Segelflieger graben sich im nassen Boden ein

Der Feldboden war mit Wasser vollkommen übersättigt. So entfalteten sich die Landungen zu einem unangenehmen Bremsmanöver im Schlamm. Da die Räder sofort tief einsinken, kommt es zu einer extremen Verzögerung, die für Mensch und Maschine eine enorme Herausforderung darstellen. Alle drei Piloten wollten den Vorgang nicht näher beschreiben. Mit vereinten Kräften gelang es den über die Außenlande-Anmeldung herbeigerufenen Helfern eine der Maschinen bis nahe an einen Radweg zu bewegen und zu demontieren. Weil die Helfer auch nur über begrenzte Kräfte verfügen, wurde dann versucht, die beiden weiteren Transportanhänger mit Pkw bis zu den Flugzeugen zu fahren. Das führte dazu, dass auch die Autos und die Anhänger im Schlamm versanken. Diese mussten nun auch noch geborgen werden.

Feuerwehr muss zu Hilfe geeilten BMW freischleppen

Ein mehr als eine Tonne schwerer BMW war mit menschlicher Kraft nicht mehr aus dem Schlamm zu bergen. Nachdem die Bodenplatte aufgesetzt hatte, drehten die Räder frei in der Luft. Zunächst konnte ein Landwirt gewonnen werden, der mit seinem Traktor den BMW aus der misslichen Lage befreien sollte. Vor Ort winkte der aber bei der Begutachtung der Bodenverhältnisse auch ab, so das die Feuerwehr gerufen werden musste. Die Flüge der 26. Canitzer Streckenflugwoche zu immer wieder neuen Zielmarkierungen wird noch bis zum 14. Juni veranstaltet. Einen Tag später findet die Auswertung statt.

(vrs/fc)