Aus der praktischen Sicht der Kohlesanierer war die Entscheidung überfällig. Eindringlich wies Manfred Kolba, Sanierungschef im LMBV-Länderbereich Brandenburg, in der Verbandsrunde auf den Termindruck am Nordrand der Sedlitzer „Naturbadewanne“ hin. Im Rahmen der bergbaulichen Grundsanierung sollen noch in diesem Jahr weitere 500 000 Euro in die Sicherung der künftigen Uferbereiche fließen.
Um jedoch eine fahrzeugtaugliche Anbindung an die B 156 gegenüber vom Abzweig Bahnsdorf zu realisieren und die Strandböschungen für den erhofften Ansturm der Fluggäste ins Seenland in einem Abwasch herzurichten, müssen zusätzlich 600 000 Euro aus dem Landestopf zur Erhöhung des Nutzungsstandards im hiesigen Sanierungsgebiet „abgefasst“ werden. „Die zuständige Landesplanungsbehörde Berlin-Brandenburg steht grundsätzlich hinter dem Vorhaben. Voraussetzung ist, der Eigenanteil von zehn Prozent liegt gesichert auf dem Tisch“ , erklärte LMBV-Länderchef Kolba.
Vor der Zweckverbandsrunde hatte noch eine erste Projektliste mit einer Größenordnung von über 60 Millionen Euro für helle Aufregung in den Seen land-Gemeinden gesorgt. „Wir brauchen für die finanziellen Entscheidungen im Verband die Rückendeckung aus den heimischen Parlamenten“ , wiederholte Großräschens Verbandsrat Georg Dürrschmidt (CDU) am Montag die Forderung aus der IBA-Stadt, die Grundsatzfrage der Prioritäten sei spätestens beim nächsten Sitzungstermin mit dem Beschluss des Verbandsetats für 2006 zu klären. Das gleiche Argument trug Altdöberns Amtschef Detlef Höhl im Auftrag der Gemeinde Neu-Seeland vor.
Für Investitionen stehen der kleinsten Verbandskommune in diesem Jahr ganze 354 000 Euro zur Verfügung. „Um so wichtiger ist der Aspekt, welche Umlagen in Zukunft auf die Gemeinde zurollen“ , so Höhl.
Leicht „verwundert“ über diese Wortmeldungn zeigte sich der Senftenberger Verbandsrat Prof. Roland Sessner (CDU). „Ich frage mich, warum wir überhaupt hier sitzen, wenn wir keine gemeinsamen Projekte anschieben wollen“ , kommentierte Sessner zwischendurch den Verlauf der Debatte.
Entgegen mancher Befürchtungen im Vorfeld fand der Gedankenaustausch jedoch in ausgesprochen sachlicher Atmosphäre statt. Auf einen Antrag von Altdöberns Amtschef Höhl verständigten sich die Verbandsräte darauf, die kommunalen Beiträge an den Entwicklungskosten für den Wasserlandeplatz von der Verfügbarkeit des Geldes in den Rathauskassen abhängig zu machen.
Nach den Satzungsregeln schultert der Landkreis 35 Prozent, Senftenberg 25 Prozent, Großräschen 20 Prozent und Neu-Seeland zehn Prozent der benötigten 60 000 Euro.

Hintergrund Flugbetrieb genehmigt
  Auf dem Sedlitzer See liegt der einzige deutsche Wasserlandeplatz, der bisher eine dauerhafte Betriebsgenehmigung nach dem deutschen Luftfahrtrecht bekommen hat.
Neben der Flugplatzbetriebsgesellschaft Welzow mbH sucht die OSL-Kreisstadt weitere Nutzer für das jetzige Sanierungsareal am Nordufer des Sedlitzer Sees.