ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:37 Uhr

Seeadler bei Schadewitz entkräftet aufgefunden – Diagnose unklar

Tierärztin Ute Friedrich aus Maasdorf untersucht das Tier.
Tierärztin Ute Friedrich aus Maasdorf untersucht das Tier. FOTO: Barbara Hildebrandt
Schadewitz. Wolfgang Mittelstädt, der in Schönborn eine Glaserei betreibt, geht gern im Wald zwischen Schadewitz und Schönborn spazieren. So auch am Dienstag, als er plötzlich einen größeren Vogel im Wald entdeckt, der augenscheinlich nicht mehr fliegen kann. Mona Claus/mcl1

Es ist ein Seeadler. Der Vogel hat vermutlich schon länger gelegen, wie Eisanhaftungen am Gefieder belegen. Schnell informiert Wolfgang Mittelstädt Falko Göbert von der Greifvogelstation. Gegen 15.30 Uhr packt der ihn in eine Decke, um ihn langsam aufzuwärmen und ab geht es zu Tierärztin Ute Friedrich aus Maasdorf, die in Langennauendorf und Großräschen praktiziert. Sie untersucht den Vogel, spritzt ihm Antibiotika und kann zunächst rein äußerlich nicht feststellen, was ihm fehlt. "Der Seeadler hat nur gewackelt und gezittert und muss sich jetzt erst einmal stabilisieren", berichtet Falko Göbert. Auch am gestrigen Morgen hatte sich der Seeadler noch nicht wieder richtig erholt, obwohl ihn Falko Göbert mit ausreichend fleischlicher Kost stopft.

Der Seeadler aus Schadewitz ist gegenwärtig nicht der einzige Gast. Ein weiterer Seeadler wird seit vergangenem Herbst aufgepäppelt und soll im Frühling wieder in die Freiheit entlassen werden. Daneben waren 2016 die in der Region seltenen Uhus, Waldohreulen, mehrere Kautze und Turmfalken in Pflege. Insgesamt 87 Patienten wurden betreut. Ein Kautz ist im vergangenen Jahr sogar mit Blaulicht von der Polizei aus Jüterbog gebracht worden, erzählt der beim Landesbetrieb Forst Brandenburg, Oberförsterei Hohenleipisch, angestellte Naturschützer.

Durch den sehr gut angenommenen Weihnachtsbaumverkauf sei der Standort noch bekannter geworden. Fast 1500 Gäste wurden im Jahr 2016 gezählt. Die häufigsten Gründe für die Aufnahme als Patienten in der Greifvogelstation sind Verletzungen bei der Futtersuche, Zusammenstöße mit Windkraft- und Stromanlagen, Scheiben, Vergiftungen. Das zeige, dass zum großen Teil Eingriffe des Menschen in die Natur Auslöser der Verletzungen sind.