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| 05:34 Uhr

Deich- und Gewässerschauen in Elbe-Elster
Schwarze Elster plagt sich noch mit alten Sturmschäden herum

Noch vor einem Jahr waren auch die Elsterdeiche bei Kahla durch Dutzende entwurzelte Bäume stark orkangeschädigt. Seitdem wurde aufgeräumt.
Noch vor einem Jahr waren auch die Elsterdeiche bei Kahla durch Dutzende entwurzelte Bäume stark orkangeschädigt. Seitdem wurde aufgeräumt. FOTO: Landkreis Elbe-Elster
Elbe-Elster. Die Schau an Deichen und Gewässern in Elbe-Elster zeigt weniger Missstände auf. Doch es gibt noch einige Kritikpunkte besonders an der Schwarzen Elster. Von Manfred Feller

Es darf vorsichtig aufgeatmet werden. Die teilweise gravierenden Schäden nach dem Orkan vom Juni 2017, der vornehmlich im Süden von Elbe-Elster wahrlich gewütet hatte, sind inzwischen an den bedeutenden Vorflutern zu großen Teilen beseitigt worden. Das wurde bei den jüngsten Deich- und Gewässerschauen mit Vertretern von Land, Kreis, Kommunen und Verbänden deutlich.

Noch bei den Befahrungen vor genau einem Jahr wurde gebangt, dass das nächste Hochwasser noch eine ganze Weile ausbleiben möge, so gravierend waren streckenweise die Deiche besonders der Schwarzen Elster durch entwurzelte Bäume beschädigt worden. Einzelne Abschnitte der Hochwasserschutzanlagen glichen einem Kraterteppich. Inzwischen können die Gewässerunterhalter fast wieder zur Tagesordnung und damit zu den laufenden Pflege- und Wartungsarbeiten übergehen.

Die Schwarze Elster von der OSL-Kreisgrenze über Plessa nach Kahla. Das Holz der umgekippten Bäume ist zwar aus der „Abflussrinne“ der Elster geborgen worden, aber noch sind nicht alle Stubben gerodet. Die entstandenen großen Löcher im Deich, eine Angriffsfläche für das Wasser bei sehr hohem Pegelstand, wurden verfüllt. Das Oberflächengrün, das die Deckschicht vor dem Wegspülen festhalten soll, ist aufgrund der langen Trockenzeit eher spärlich. Sind alle Schäden beseitigt, so Norbert Lachmann, Sachbearbeiter Gewässerentwicklung/Gewässerschutz beim Landkreis, müsse der Deich profiliert werden.

Das wird teuer: Tausende Kubikmeter deponiepflichtiger Aushub werden aus der Schwarzen Elster zwischen Friedrichsluga und Herzberg gebaggert.
Das wird teuer: Tausende Kubikmeter deponiepflichtiger Aushub werden aus der Schwarzen Elster zwischen Friedrichsluga und Herzberg gebaggert. FOTO: Landkreis Elbe-Elster

Im Oktober 2017 waren an den Elsterdeichen bei Plessa teils massive Schäden durch Landwirtschaftsfahrzeuge festgestellt worden. Eine Ursache dafür ist nach Auskunft von Daniel Marczykowski, Sachgebietsleiter bei der unteren Wasser-, Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde in der Kreisverwaltung, behoben worden. Die wuchernden Bäume und Sträucher wurden verschnitten. Aufgrund der Trockenheit seien die seinerzeit schlammigen und löchrigen Wege, die auch der Deichverteidigung im Hochwasserfall dienen, derzeit gut befahrbar. Allerdings müssen die zerfahrenen Deichkronen profiliert werden. Da es sich um ein Fließgewässer I. Ordnung handelt, sei dies die Aufgabe des Landes.

Plessa. Schwere Gefährte offensichtlich aus der Landwirtschaft haben eine Kante des asphaltierten Deichradweges in Plessa gebrochen. „Diese Fahrzeuge haben darauf nichts zu suchen. Der angerichtete Schaden ist ein Bußgeldtatbestand“, stellt Daniel Marczykowski fest. Damit ein Verursacher belangt werden kann, braucht die Behörde in Herzberg Hinweise von Zeugen. 

Elsterwerda. Die uralten Deiche der Schwarzen Elster haben wie überall jenen beklagenswerten Zustand, wenn daran seit vielen Jahrzehnten nichts Grundlegendes getan worden ist. Hier und da sorgen Wühltiere für eine punktuelle Schwächung der Struktur.

Das ging gar nicht und ist mittlerweile beseitigt: Ein Zaun am Deichfuß parallel zur Gartensparte „Kalter See“ in Bad Liebenwerda.
Das ging gar nicht und ist mittlerweile beseitigt: Ein Zaun am Deichfuß parallel zur Gartensparte „Kalter See“ in Bad Liebenwerda. FOTO: Landkreis Elbe-Elster

Würdenhain. Der Wehrneubau im Röderkanal kurz vor der Mündung in die Schwarze Elster biegt nach einigem Zeitverzug auf die Zielgerade ein. Bei der Gewässerschau hieß es, dass mit der Fertigstellung im Dezember gerechnet wird. Der von den Fahrradfahrern geforderte und vom Landkreis bezahlte Lückenschluss des Elsterradweges ist nach Jahren der Zwangspause erfolgt. Wie beim Wehr steht wegen Restarbeiten die Freigabe allerdings noch aus.

Bad Liebenwerda. Die alten Sturmschäden an den Vorflutern sind weitestgehend beseitigt. Es läuft die normale Unterhaltung.

Ein ewiges Problem im Hochwasserfall ist an der Gartensparte „Kalter See“ der Kurstadt beseitigt worden. Der Betonsäulenzaun am Fuße des Hauptdeiches von Mühlgraben und Schwarzer Elster wurde zurückgebaut und der Deich neu profiliert. Nun steht auch ein Deichverteidigungsweg zur Verfügung.

Der Zaun auf der Deichkrone in Plessa hat dort nichts zu suchen.
Der Zaun auf der Deichkrone in Plessa hat dort nichts zu suchen. FOTO: Landkreis Elbe-Elster

Zwischen dem Klärwerk Bad Liebenwerda und den Mineralquellen hatte der Sturm einst ordentlich gewütet. Die Schäden durch umgestürzte Bäume sind beseitigt. Ein ein Kilometer langer Deichabschnitt flussabwärts auf der rechten Seite soll im kommenden Jahr ertüchtigt werden, so Norbert Lachmann.

Wahrenbrück. Mit den Elsterdeichen wird alles Mögliche angestellt. In Wahrenbrück wuchsen darauf Pfirsichbäume und Sträucher. Auch ein Satellitenkabel der Kabelgemeinschaft habe dort gelegen. Alles protokolliert 2017. In diesem Jahr hätten die Verursacher alles entfernt. Einen Weg am Deich gibt es dort nicht. Einsatzfahrzeuge müssen die Krone nutzen.

Langennaundorf. Vielerorts ein Problem sind bestellte Felder fast bis an die Deiche heran. Es müssen für den Hochwassereinsatzfall jedoch mindestens fünf Meter Abstand eingehalten werden. Die Landwirte würden sich immer besser daran halten, heißt es.

Herzberg. Zwischen Friedrichsluga und Herzberg wird ein Abschnitt der Schwarzen Elster entschlammt. Da das Material häufig belastet ist, wird es generell beprobt und muss gegebenenfalls teuer bezahlt und deponiert werden. 3600 Kubikmeter fallen allein bei Friedrichsluga an.

Ein großes Problem gibt es im Stadtgebiet von Herzberg. In den Flussradien trägt das Elsterwasser das Vorland ab und bedroht die Deiche. Dort sei ein Neuaufbau dringend erforderlich und müsse zeitnah erfolgen. Früher sorgten Buhnen für Schutz. Doch davon stehen lediglich kaum noch sichtbare Reste im Wasser. Das Vorland wird als Pflegeebene gebraucht.

Schweres Gerät hat den Radweg auf dem Deich in Plessa beschädigt.
Schweres Gerät hat den Radweg auf dem Deich in Plessa beschädigt. FOTO: Landkreis Elbe-Elster