An den meisten Flüssen Brandenburgs hält Hochwasseralarm die Einsatzkräfte weiter in Atem. An 25 von 28 Pegeln wurden die Grenzwerte nach Angaben der Hochwassermeldezentren überschritten. Vor allem an der Elbe spitzte sich die Lage zu. Der langgestreckte Hochwasserscheitel erreichte am Dienstag den Bereich zwischen Mühlberg (Elbe-Elster) und dem sächsischen Torgau.

Auch von der Havel und vom märkischen Oberlauf der Oder wurde ein weiterer Anstieg gemeldet. Dagegen fielen die Pegelstände an der Schwarzen Elster, der Spree und der Lausitzer Neiße weiter.

In Mühlberg (Elbe-Elster) betrug der Wasserstand Dienstagmittag 7,83 Meter. Das entsprach dem Richtwert der zweithöchsten Alarmstufe 3 und war ein Zentimeter weniger als zwölf Stunden zuvor. Weil das Wasser aber nicht mehr stieg, wurde die Stufe 3 nicht ausgerufen.

Weiter flussabwärts am Pegel Wittenberge (Prignitz) wurde der Richtwert für die Stufe 3 überschritten, die aber ebenfalls nicht festgelegt wurde. Die Behörden rechnen dort für Donnerstag mit der höchsten Stufe 4.

Durch das Elbe-Hochwasser gibt es einen Rückstau der Havel. Für die Pegel Rathenow und Havelberg/Stadt bleiben die Alarmstufen 2 bestehen, am Pegel Ketzin gilt weiter die Stufe 1. Auch die Stepenitz führt Hochwasser, das in Perleberg Garagen und Gärten überflutete.

Die Schifffahrt bleibt auf der Elbe teilweise eingestellt, weil die Brücken wegen des Hochwassers nicht mehr unterfahren werden können. An den sächsischen Pegeln Schöna, Dresden und Riesa bewegten sich die Wasserstände im Bereich der Alarmstufe 3. Dort werden bereits langsam fallende Wasserstände beobachtet.

An der Schwarzen Elster entspannte sich die Lage. Am Pegel Herzberg fielen die Wasserstände schneller als erwartet unter den Richtwert der Stufe 4, sodass der Landrat diese Stufe in dem Abschnitt aufhob. In Bad Liebenwerda gilt weiter Alarmstufe 3. An den stark belasteten Deichen wurden weitere Sickerstellen geschlossen. Entlang der Spree gelten die Alarmstufen 1 und 2.

Das Oder-Hochwasser steige zwar verhalten, aber stetig, teilte das Hochwassermeldezentrum Frankfurt (Oder) mit. Vom Oberlauf komme viel Wasser, vor allem durch große Mengen tauenden Schnees aus Polen und zusätzlich geringe Regenmengen. Bis zum Oderabschnitt Ratzdorf gilt Alarmtufe 2, in den anderen Oderabschnitten Stufe 1. Am Pegel Stützkow südlich von Schwedt (Uckermark) fehlten nur noch wenige Zentimeter bis zur Stufe 2.