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| 17:51 Uhr

Tierschutz
Teure Barriere bewahrt Kleintiere vorm Tod

Diese Barriere an der B 101 hindert Kleintiere daran, die für sie gefährliche Straße zu passieren.
Diese Barriere an der B 101 hindert Kleintiere daran, die für sie gefährliche Straße zu passieren. FOTO: Manfred Feller / LR
Bad Liebenwerda. Am Schutzzaun der ruhenden B 101-Baustelle wurden dieses Jahr viele Amphibien und Reptilien eingesammelt. Von Manfred Feller

Nach dem Spatenstich zum offiziellen Auftakt Ende September ist an der Bundesstraße 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda baulich nichts passiert. Hunderte Baumstümpfe ruhen immer noch im Boden. Im November sollte die Technik anrollen. Doch der Monat ist fast vorbei. Nach unbestätigten Informationen sollen die Rodungsarbeiten entlang der 4,8 Kilometer langen Strecke nun wohl im Dezember starten.

Angesichts der niedrigen Temperaturen herrscht längst auch Ruhe entlang des Amphibien- und Reptilienschutzzaunes. Dieser war noch vor den Fällarbeiten beidseitig auf einer Gesamtlänge von immerhin 5100 Metern aufgestellt worden und bleibt zunächst stehen. Es handelt sich um eine vorgeschriebene Barriere aus starker Folie mit in die Erde eingelassenen Fanggefäßen. Die Kosten sollen mehr als 100 000 Euro betragen haben.

Bis in den Herbst hinein wurden laut dem Landesbetrieb Straßenwesen die in die Behälter fallenden Tiere eingesammelt. „Je nach Witterung könnten bereits im Februar die ersten Wanderungsbewegungen wieder einsetzen“, so Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd.

Wie viele Tiere wurden davor bewahrt, von Fahrzeugen überrollt zu werden? Zum Stichtag 15. Juni seien es gewesen: 173 Zauneidechsen, 65 Blindschleichen, 15 Ringelnattern, eine Schlingnatter sowie 30 verschiedene Kröten und Kleinsäuger.

Die Schutzmaßnahme bleibt während der Bauzeit erhalten. Und dann? „Die Errichtung der Schutzzäune dient dem Zweck, den Forderungen des Artenschutzes gemäß Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes zu entsprechen.  Diese Forderungen beziehen sich natürlich nicht nur auf die Baustelle als solche, sondern bestehen dauerhaft“, erläutert Steffen Kleiner. „Deshalb gab es bereits im Vorfeld Untersuchungen zu Wanderwegen und Häufungsstellen. Im Bauvorhaben selbst sind deshalb entsprechende dauerhafte Schutzvorrichtungen implementiert, die diese Funktion übernehmen werden.“

Die auszubauende Bundesstraße erhält nicht nur einen dritten Fahrstreifen, sondern auch einen parallelen Wirtschaftsweg.