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Schüler schnuppern Zirkusluft

Anna (11) und Gerda (11) üben schon am ersten Projekttag unter den Augen von Alfred Sperlich und Schulleiterin Ramona Naumann am Trapez.
Anna (11) und Gerda (11) üben schon am ersten Projekttag unter den Augen von Alfred Sperlich und Schulleiterin Ramona Naumann am Trapez. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Prösen. Statt lesen, schreiben, rechnen: Heute und am Donnerstag präsentieren Prösener Grundschüler in der großen Manege, was sie in den vergangenen Tagen von professionellen Artisten gelernt haben. Mirko Sattler / sam1

Während sich die sechste Klasse auf ein Wiedersehen mit den Artisten um Alfred Sperlich freut, schauen die Erst- bis Fünftklässler noch etwas skeptisch in die Runde. Seit Montag gastiert wieder der 1. Ostdeutsche Projektzirkus an ihrer Schule. Für die 145 Grundschüler ist dies eine willkommene Abwechslung zum tristen Schulalltag. "Der Zirkus ist bei uns schon zum nunmehr dritten Mal hier. Unsere Schüler schlüpfen bei diesem Zirkusprojekt in die Rolle der Stars. Alle fünf Jahre können wir die Artisten bei uns begrüßen", verrät Schulleiterin Ramona Naumann.

Nach einer ausführlichen Vorführung des Programms durch die Trainer machen sich die Schüler daran, selbst Zirkusluft zu schnuppern. Nicht nur das Trapez oder Akrobatik stehen bei den Grundschülern vorn an. "Insgesamt haben wir elf verschiedene Vorführungen. Sie beginnen mit Trapez und Akrobatik über Taubendressur und Seiltanz bis hin zu Zauberei und Feuerspuken", weiß Patrick Sperlich, der Juniorchef. Unter dem eingetragenen Namen 1. Ostdeutscher Projektzirkus touren insgesamt drei Zirkuszelte in der ganzen Republik herum.

Für ihre gut zweistündige Show am Mittwoch und Donnerstag, 18. und 19. Oktober, legen sich die Schüler mächtig ins Zeug. Immer und immer wieder wird geprobt bis alles perfekt sitzt. Für Anna ist das Üben am Trapez nicht so leicht. "Die Kunststücke sind doch ganz schön anstrengend. Zwar habe ich vor fünf Jahren auch schon einmal am Trapez gehangen, doch heute weiß ich nicht mehr so recht, was wir damals gemacht haben", sagte die Elfjährige, die nicht Artistin, sondern viel lieber Lehrerin werden möchte. Ihre Freundin Gerda:

"Ich habe es mir echt schwerer vorgestellt. Im Gegensatz zu Anna bin ich hier zum ersten Mal dabei", sagte die Elfjährige.

Während in der großen Manage kräftig am Trapez geprobt wird, üben Finnia, Lea, Monique und Mariella lieber an der frischen Luft. Unter der fachlichen Anleitung von Alfred und Patrick Sperlich trainieren die Artisten in spe eine Figur mit mehreren Ebenen. Sie sah schon am ersten Tag so perfekt aus, als wolle man meinen, dass die Kinder schon vorher heimlich geübt haben. "Ich bin zum ersten Mal dabei. Die Übung habe ich mir schwerer vorgestellt", sagt die Viertklässlerin, die später einmal Tierärztin werden möchte.

Ganz standesgemäß in Kostümen werden die Grundschüler ihr Können am Mittwoch und Donnerstag ihren Geschwistern, Eltern und Großeltern vorführen. Dann wird auch das Lampenfieber bei den kleinen Stars kräftig steigen.

Der 1. Ostdeutsche Projektzirkus kann auf eine lange Tradition in Sachen Artistik und Clownerie zurückblicken. Zu DDR-Zeiten tourten sie unter dem Namen "Zirkus Hein" durch die Lande. Seit 13 Jahren ist der Zirkus nun Projektzirkus und macht an vielen Schulen Station. Die nächste wird am 21. Oktober in Coswig sein.