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| 18:13 Uhr

Anonyme Meldung an das Rathaus Elsterwerda
Schüler mit Plastikwaffe in der Schule

Elsterwerda. In anonymem Schreiben ans Elsterwerader Rathaus wird Verunsicherung geäußert. Frank Claus

Ein zehnjähriger Schüler tschetschenischer Herkunft hat eine Waffe – wie sich später herausstellt eine Plastikpistole mit einem Aufsatzzielfernrohr aus gleichem Material – mit in die Schule gebracht und damit Angst ausgelöst. Passiert ist das bereits in der vergangenen Woche, wie der Leiter des Elsterschulzentrums im Wohngebiet West in Elsterwerda (ehemals Grund- und Oberschule), Dietmar Koßagk, und Polizeisprecherin Ines Filohn bestätigen.

In einem anonymen Schreiben, eingeworfen in den Rathaus-Briefkasten, ist der Vorfall am Freitag der Stadtverwaltung zur Kenntnis gegeben worden. Das Schriftstück ist als „Anzeige“ gekennzeichnet und nennt den genauen Namen und das Alter des Schülers. Beschrieben wird, dass der Schüler „am 7. November eine lange Waffe mit in die Schule“ brachte. Weiter heißt es: „Er stellte sich damit in die Klasse und tat so, als ob er alle abschoss. Die Kinder waren darüber sehr erschrocken, hatten Angst. Für die Kinder war es nicht ersichtlich, dass es sich um ein Spielzeug handelte.“ Der oder die Schreiber/in der „Anzeige“ zeigen sich im Weiteren nicht damit einverstanden, dass der Schüler lediglich eine Belehrung erhalten habe, dass er „so etwas nicht mit in die Schule bringen darf“. Zumal es weitere Vorfälle mit dem Schüler gegeben habe.

Wie Polizeisprecherin Ines Filohn erklärt, habe die Polizei die Eltern aufgesucht und diesen deutlich gemacht, dass sie ihrer Aufsichtspflicht nachkommen müssten und auf die sensible Situation hingewiesen. Strafmündig sei der Junge in seinem Alter nicht.

Schulleiter Dietmar Koßagk erklärte, dass der Junge das Plastikspielzeug wohl am Tag vorher in einem Einkaufsmarkt erworben habe und dass nach dem Vorfall die Klassenlehrerin, eine Einzelfallhelferin und eine Mitarbeiterin im Freiwilligen Sozialen Jahr mit dem Jungen gesprochen hätten und ihn angesichts jüngster Amokläufe in Schulen auf die besondere Brisanz seines Verhaltens hingewiesen hätten. Das Mitbringen solchen Spielzeugs in die Schule sei ihm verboten worden.