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| 17:34 Uhr

Immer mehr Nachwuchs im Schradenland
Millionending für die Kinder in Großthiemig

Die Anmeldezahlen steigen. Auch deshalb wird sich das Bild des Ensembles der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Großthiemig deutlich verändern. Der Altbau links weicht einem neuen Spielplatz. Der Gebäudeteil rechts wird saniert. Daran schließt sich ein größerer Neubau an, der unter anderem Gruppenräume erhalten wird.
Die Anmeldezahlen steigen. Auch deshalb wird sich das Bild des Ensembles der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Großthiemig deutlich verändern. Der Altbau links weicht einem neuen Spielplatz. Der Gebäudeteil rechts wird saniert. Daran schließt sich ein größerer Neubau an, der unter anderem Gruppenräume erhalten wird. FOTO: Manfred Feller / LR
Großthiemig. Immer mehr Nachwuchs: Schradenlandgemeinde plant Teilabriss, Sanierung und Teilneubau für seine Tagesstätte. Von Manfred Feller

Was die Schradenlandgemeinde Großthiemig plant, dürfte aktuell in Elbe-Elster die größte kommunale Investition in eine Kindertagesstätte sein. Einschließlich Förderung will der rund 1000 Einwohner zählende Ort nicht weniger als etwa 1,5 Millionen Euro für das Gesamtprojekt ausgeben.

„Das ist das herausragende Kita-Vorhaben der letzten Jahre im Amtsbereich“, sagt Amtsdirektor Thilo Richter anerkennend. Nach Auskunft von Andreas Klemm, ehrenamtlicher Bürgermeister in Großthiemig, beträgt das durchschnittliche jährliche Investitionsvolumen etwa 150 000 Euro. Und nun dieses Millionending.

Die 67 Plätze der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ sind nach Auskunft von Leiterin Doreen Kunze aus Hirschfeld allesamt belegt. Sie zählt 16 Krippen-, 26 Kindergarten- und 25 Hortkinder. Darunter seinen auch Mädchen und Jungen von zugezogenen Familien. „Wir haben schon neue Anmeldungen für dieses Jahr“, merkt sie an. Im Vorjahr, ergänzt Bürgermeister Andreas Klemm, meldeten sich in Großthiemig 13 neue Erdenbürger. In diesem Jahr seien es bislang zwei Babys.

Acht Erzieherinnen, zwei technische Kräfte und ein Praktikant kümmern sich derzeit um das Wohlergehen der Steppkes in der Kita. Die Kleinen haben auf dem Hof unüberhörbar große Freude am gemeinsamen Spielen.

Mit der geplanten Investition schließt sich für Andreas Klemm, im Hauptberuf Küchenleiter bei der BASF in Schwarzheide, der Kreis in der eigenen Familie. Nicht nur, dass er einst selbst die Einrichtung besucht hat. „Mein Großvater Herrmann, er war Landwirt, hat als Bürgermeister den Kindergarten 1949 mitgebaut“, weiß der 60-Jährige, der der Gemeinde seit neun Jahren vorsteht. Die Kinderschar wuchs. 1976 wurde deutlich größer angebaut. Es standen nun etwa 140 Plätze zur Verfügung. „Da wollen wir wieder hin“, bemerkt Amtsdirektor Thilo Richter mit einem Augenzwinkern.

Es geht hier und da sehr eng zu in der Kindereinrichtung. Beim Anziehen der Steppkes die Erzieherinnen Isabell Half, Anett Lanzke und Gabi Heyde (v. l.).
Es geht hier und da sehr eng zu in der Kindereinrichtung. Beim Anziehen der Steppkes die Erzieherinnen Isabell Half, Anett Lanzke und Gabi Heyde (v. l.). FOTO: Manfred Feller / LR

Durch die Investition soll die Kapazität um zehn Plätze erhöht werden. In der Gemeindevertretung, so der Amtsdirektor, seien auch ein Neubau und ein anderer Standort diskutiert worden. Doch dieses Projekt würde etwa 2,5 Millionen Euro kosten. Die Entscheidung fiel für den vorhandenen „guten, ruhigen Platz“, gelegen in dem geschützten Kessel einer ehemaligen Kiesabbaustelle.

Die nun avisierten Kosten von 1,5 Millionen Euro sind nur zu 25 Prozent Eigen- und Kreditmittel. Der große Rest möge über das europäische Programm „Leader“ für die ländliche Entwicklung gefördert werden. Die erste Auswahlrunde sei überstanden, so Thilo Richter. „Die Antragsunterlagen werden bis Mitte April in Luckau eingereicht. Wir hoffen noch vor dem Sommer auf eine Entscheidung.“ Parallel dazu werde der Bauantrag bereits bearbeitet. Ohne Fördergeld gebe es zwei Möglichkeiten: Den Altbau sanieren oder ein Jahr warten. „Wir gehen davon aus, dass es klappt. Wenn, dann wollen wir noch dieses Jahr ausschreiben. Der Baustart wird 2018 eher nicht möglich sein“, schätzt der Amtsdirektor ein.

Vorgesehen ist, den beengten Altbau von 1949 (links im Bild oben) mit Büro, Küche, Sanitär und darüber Hort abzureißen. Der Bau aus den 1970er-Jahren mit Gruppenräumen wird saniert und technisch ertüchtigt für Bewegungsraum, Logopädie, Forscherecke, Hort und Sanitär. Daran schließt sich der 20 mal 14 Meter große, zweietagige Neubau mit Treppenhaus und Aufzug als Gebäudeverbindung an. Es entstehen Gruppen- und Schlafräume, Sanitär, Ausgabeküche und Büro. „Das Ganze wird eine Herausforderung für Kinder, Erzieherinnen, Eltern und Bauleute, weil wir bei laufendem Betrieb bauen müssen“, so der Amtsdirektor.

Bürgermeister Andreas Klemm (l.) und Amtsdirektor Thilo Richter halten ihn in der Hand - den Plan für Abriss, Sanierung und Teilneubau der Kita Großthiemig.
Bürgermeister Andreas Klemm (l.) und Amtsdirektor Thilo Richter halten ihn in der Hand - den Plan für Abriss, Sanierung und Teilneubau der Kita Großthiemig. FOTO: Manfred Feller / LR