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| 02:36 Uhr

Schon 40 Hennen im Kescher

Der Auerhahn ist das Wappentier des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Hennen und Hähne sollen dort wieder angesiedelt werden.
Der Auerhahn ist das Wappentier des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Hennen und Hähne sollen dort wieder angesiedelt werden. FOTO: Naturwacht
Bad Liebenwerda/Västerbotten. Die zweite Fangaktion des Auerhuhn-Projektes des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft in diesem Jahr in Schweden ist bislang erfolgreich. Konnte bei der ersten Aktion im April in Mittelschweden wegen widriger Bedingungen mit eisigem Wind und Temperaturen bis zu minus zehn Grad nur ein Auerhahn gefangen werden, hat die Crew um Projektleiter Dr. Frank Claus

Alexander Zimmermann bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt 40 Auerhühner überlisten können. Die Mannschaft ist seit Montag der vergangenen Woche in der Region Västerbotten (Lappland) in Nordschweden vor Ort. Das Fanggebiet liegt bei Kittelfjäll etwa 50 Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt. 60 Tiere dürfen nach einem Abkommen mit den Schweden der Landschaft entnommen werden. In Lappland können die Tiere wegen der großen Population bejagt werden.

1,4 Millionen Euro stellt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes den Bad Liebenwerdaer Ansiedlungsexperten für das Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung. Was viel klingt, ist am Ende für den fünfjährigen Bewilligungszeitraum von 2017 bis 2022 doch knapp bemessen.

Vier Mitarbeiter hat das Projektteam, und finanziert werden müssen mit dem Geld sämtliche Maßnahmen - von den ständigen Fahrten mit Auto, Schiff und Flugzeug nach Schweden bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung einschließlich Monitoring. Am Ende müssen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vorgelegt werden.

Hierzulande war die Population Ende der 90er-Jahre erloschen. Seit Projektbeginn im Jahr 2012 gibt es in der Niederlausitz bereits wieder 70 Tiere. Für die Vögel konnten bereits 2016 Tiere der Enkelgeneration nachgewiesen werden, also echte "Brandenburger" Auerhühner.

Etwas problematisch stellt sich momentan die Abholaktion in Schweden dar, die für die RUNDSCHAU auch Reporter Frank Claus begleiten wird. Am Montag musste der Kleinflieger am Boden bleiben, da eine Eisregenfront zwischen Trondheim und Kopenhagen den Hinflug verhinderte. Die Wetterprognosen versprechen für Dienstagfrüh einen erfolgreichen Start. In Schweden wird es dann auch noch Gelegenheit geben, die Fangaktionen zu begleiten.

Imposante Beobachtungen hat das Fangteam in der ansonsten kargen Landschaft, in der auch noch viel Schnee liegt, schon bis jetzt. So hatte die Crew, die mit mehreren Autos ins Basislager reiste, bereits mehrfach Begegnungen mit Elchen, hat auf der Hinfahrt Rentiere beobachtet und im Fanggebiet sogar einen Bären in freier Wildbahn gesehen.

Zum Thema:
Das Auerhuhn war einst der Charaktervogel der Kiefernheiden und Trauben eichenwälder in der Lausitz. Im 20. Jahrhundert verschlechterten sich die Lebensbedingungen. Die Bestände gingen zurück. Zu spät erkannte man, wie dramatisch die Situation war. Trotz einiger Schutzbemühungen konnte das lokale Aussterben nicht mehr verhindert werden. Die letzte Henne wurde 1998 in der Rochauer Heide gesichtet. Seitdem galt die Art als verschollen. www.naturpark-nlh.de