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| 01:24 Uhr

Schöne Blüte mit edlem Namen

Bürgermeister Dieter Herrchen (r.), Gartentage-Organisatorin Andrea Bürger, Gärtner Roland Graeff aus Zeischa, Gartenkünstler Hans-Peter Bethke aus Saxdorf (l.) und Bildhauer Eike Rothe aus Dreska (2.v.r.) haben “Maria Josepha vom Elsterschloss„ gemeinsam enthüllt.
Bürgermeister Dieter Herrchen (r.), Gartentage-Organisatorin Andrea Bürger, Gärtner Roland Graeff aus Zeischa, Gartenkünstler Hans-Peter Bethke aus Saxdorf (l.) und Bildhauer Eike Rothe aus Dreska (2.v.r.) haben “Maria Josepha vom Elsterschloss„ gemeinsam enthüllt. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Elsterwerda. Mit einer feierlichen Zeremonie hat im Rahmen der Elsterwerdaer Gartentage am Wochenende anlässlich der 800-Jahrfeier der Stadt im Elsterschloss eine Rose ihren klangvollen Namen erhalten: „Maria Josepha vom Elsterschloss“. Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos), Gartentage-Organisatorin Andrea Bürger, Gärtner Roland Graeff aus Zeischa, Gartenkünstler Hans-Peter Bethke aus Saxdorf und Bildhauer Eike Rothe aus Dreska enthüllten die Schönheit gemeinsam. Von Veit Rösler

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte Merlin Menzel von der Kreismusikschule "Gebrüder Graun". Die Rose, die erst in etwa zwei Wochen zu blühen beginnt, hat vor sieben Jahren als Neuzüchtung aus dem Sämling einer historischen Rose im Pfarrgarten Saxdorf bei Hans-Peter Bethke das Licht der Welt erblickt. Seitdem wurde sie auf ihre Eignung als Neuzüchtung beobachtet, wobei zum Beispiel die Winterhärte, Resistenz gegen Schädlinge, Blütenfähigkeit und die Eignung für bestimmte Einsatzgebiete eine Rolle spielen. Bei Gärtner Roland Graeff in Zeischa wurde dann die Idee geboren, einer Rose anlässlich der 800-Jahrfeier der Stadt Elsterwerda einen Namen zu geben.

Nachdem man eine zum Schloss Elsterwerda passende Blüte aus mehreren Kandidatinnen ausgesucht hatte, wurde im Bereich des Schlosshofes eine Testpflanzung angelegt. Die erwies sich inzwischen als weitaus günstiger, als die hier bereits vorhandenen Rosenstöcke.

Rosa mit einem Hauch Gelb

Die kleinen rosa Blüten sind halb gefüllt und scheinen nach innen mit einem Hauch von Gelb. Sie zeigen sich über einen Zeitraum von Juni bis Juli mit einer Nachblüte im Herbst. Das gesunde siebenblättrige Laub setzt einen schönen Kontrast zu den zarten Blüten.

Diese unkomplizierte, fast stachellose Kletterrose ist von guter Winterhärte geprägt. Die Pflanze klettert in Bäume, an Pergolen und Bögen. Sie gedeiht gleichermaßen an sonnigen, halbschattigen und mageren Standorten.

Künstler und Schlossführer Eike Rothe aus Dreska erläuterte den Gästen der Namensweihe den Ursprung der Bezeichnung "Maria Josepha vom Elsterschloss" . Maria Josepha Benedikta Antonia Theresia Xaveria Philippine von Österreich gehörte zu den hochrangigsten Persönlichkeiten in der Geschichte von Elsterwerda. 1719 heiratete sie Friedrich August II. von Sachsen, den Sohn von August dem Starken.

Dieser schenkte ihr die Herrschaft Elsterwerda. Maria Josepha weilte mit ihrem Gefolge meist zur Jagd im Schloss, das zu diesem Zeitraum umgebaut und im Außenbereich gärtnerisch wesentlich erweitert wurde.

Ohne den gesamten Vorhof des Schlosseinganges einzubeziehen, gestalteten sich die Gartentage in diesem Jahr kompakter. "Wir haben bemerkt, das sich die wesentlichen Besucherströme ohnehin im Schlossgarten im Bereich um den Brunnen konzentrieren", sagte Andrea Bürger, die von Anfang an gemeinsam mit Dagmar Menzel die Gartentage organisiert hat.

Ein ganz besonderes Highlight gab es in diesem Jahr bei der Kinderuni. Nachdem hier bereits Professoren ihr Wissen an die Knirpse vermittelt hatten, durften die kleinen Besucher diesmal testen, wie sich eine echte Goldmedaille von Olympischen Spielen anfühlt. In der spannenden und mitreißenden Veranstaltung, an der nicht nur Kinder teilnahmen, vermittelte der derzeit in Elsterwerda-Biehla beheimatete Olympiasieger Siegbert Horn die spannendste Geschichte seines Lebens - den Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in München in der Disziplin "Einer-Kajak".

Geheimnisse verraten

Dabei offenbarte er auch die gesamte Palette der spannenden Hintergründe und Geheimnisse, vom Training in der Sowjetunion, der in der DDR nachgebauten Rennstrecke bis hin zu dem Herrn im schwarzen Anzug mit Koffer, aus dem die Sportler inoffiziell üppige Geldgeschenke erhielten.

Die Organisatoren der Gartentage sind am 10. September wieder bei der "Schlössernacht" im Elsterschloss präsent. Dort wird erneut eine Enthüllung im Mittelpunkt stehen: Als einer der Höhepunkte soll ein von Bettina Beyer vom Kreismuseum Bad Liebenwerda aufgebautes Schattentheater eingeweiht werden.