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| 17:32 Uhr

Aus dem Amtsgericht Bad Liebenwerda
Gutachten über Angeklagten, Ordnungsgeld gegen Zeugen

Bad Liebenwerda. Kurzer Prozesstag ohne Urteil gegen einen Leipziger, der in Mühlberg sein Unwesen getrieben haben soll.

Wenn wichtige Zeugen fehlen oder ein Tatvorwurf erhellt werden muss, dann ist eine Verhandlung auch am Amtsgericht Bad Liebenwerda ohne Urteil schneller vorbei, als die Hinreise von Staatsanwalt, Angeklagtem und Anwältin gedauert hat. Wie im Falle eines heute 34-jährigen Leipzigers, der vor fast genau zwei Jahren in Mühlberg straffällig geworden sein soll.

Vorgeworfen werden ihm ein demolierter Fernseher bei Bekannten, das nächtliche Fahren eines Kleinkraftrades ohne Pflichtversicherung und unter Alkoholeinfluss (1,13 Promille) in der Lindenstraße und Raub in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung. Er soll im Garten einer jungen Frau von dieser Geld und Zigaretten verlangt haben. Als diese sich weigerte, habe er ihr die Handtasche entrissen und das Opfer gestoßen. Es stürzte und zog sich Schürfwunden zu. Der Mann soll Zigaretten und zehn Euro gestohlen haben.

Um das Verfahren abzukürzen und um sich auf eine angemessene Gesamtstrafe zu einigen, wäre ein Geständnis notwendig. Das gibt es nicht. Fortgesetzt werden kann die Verhandlung auch nicht, weil einer von vier Zeugen fehlt. Die ohne Angabe von Gründen nicht anwesende Person wird mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 100 Euro belangt.

Schließlich soll ein Gutachter klären, ob der Angeklagte tatsächlich mit dem Kleinkraftrad gefahren ist. Der Leipziger war zum Tatzeitpunkt alkoholisiert und hatte Schürfwunden. Sind diese durch einen Sturz mit dem Moped entstanden? Dann wäre der Beweis erbracht, dass er tatsächlich durch die Elbestadt gefahren ist.

Seine Anwältin hält sogar eine Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit für möglich, weil ihr Mandant zum Zeitpunkt der vermeintlichen Taten unter erheblichem Alkoholeinfluss gestanden habe. Ob sich das Schöffengericht in Bad Liebenwerda davon beeindrucken lässt, wird der nächste Verhandlungstermin wohl erst im Herbst zeigen.

(mf)