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Schnelles Internet für Hunderte Haushalte in Bad Liebenwerda

Thomas Richter, Bürgermeister von Bad Liebenwerda, nimmt symbolisch den ersten Sand aus der Baugrube auf den Spaten und startet damit den Ausbau des schnellen Internets im Zentrum der Kurstadt.
Thomas Richter, Bürgermeister von Bad Liebenwerda, nimmt symbolisch den ersten Sand aus der Baugrube auf den Spaten und startet damit den Ausbau des schnellen Internets im Zentrum der Kurstadt. FOTO: Manfred Feller
Bad Liebenwerda. Das Zentrum wird jetzt durch die Telekom technisch aufgerüstet. Der Versorgungsgrad mit höherem Standard steigt in der Kurstadt auf etwa 90 Prozent. Manfred Feller

Das relative Schneckentempo beim Surfen im Internet soll im Zentrum von Bad Liebenwerda und dessen näherer Umgebung in ein paar Monaten der Vergangenheit angehören. In einem Radius von etwa 500 Metern um den Markt können von dem in dieser Woche gestarteten Netzausbau etwa 940 Haushalte profitieren, informiert Diana Pfeufer, Regionalmanagerin Brandenburg bei der Telekom Deutschland GmbH. Wer dann eine höhere Übertragungsleistung möchte, der braucht allerdings einen neuen Vertrag mit dem Anbieter seines Vertrauens.

Der avisierte Leistungssprung soll von jetzt maximal 16 Mbit/s auf bis zu 100 Mbit/s beim Herunterladen von Daten und auf bis zu 40 Mbit/s beim Hochladen von Datenmengen anwachsen. "Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und das Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen von Musik und Videos sowie das Speichern in der Cloud werden bequemer", verspricht Diana Pfeufer den potenziellen Nutzern. Geschäftskunden können deutlich mehr Leistung beantragen.

Um die Übertragungskapazität für die Haushalte zu erhöhen, wird die Telekom rund 550 Meter Glasfaser unterirdisch verlegen und damit die Kupferleitung ersetzen. Dies geschieht zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und drei Verteilern. Diese werden zu Multifunktionsgehäusen umgebaut. Darin wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. "Um dieses Kabel schnell zu machen, kommt Vectoring zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektro- magnetische Störungen. Dadurch werden beim Hoch- und Herunterladen von Daten höhere Bandbreiten erreicht", erläutert Anne Dörr, Breitbandberaterin Kommunen bei der Deutschen Telekom Technik GmbH. Allerdings: Je weiter der Kunde vom Verteiler wohnt, desto langsamer wird das Internet.

Das weniger leistungsstarke Kupferkabel bis zu den Hausanschlüssen soll irgendwann in der Zukunft durch Glasfaser ersetzt werden. Zunächst gehe es jedoch darum, sagt Bernd Heinrich, Teamleiter Montage und Betreiben bei der Telekom, den Standard in der Fläche so schnell wie möglich anzuheben. Weil es für die digitale Ertüchtigung des Stadtzentrums von Bad Liebenwerda keine Fördermittel gibt, investiere die Telekom dort komplett auf eigene Kosten.

Auf schnelles Internet können in der Kurstadt bislang etwa 60 bis 70 Prozent der Haushalte zugreifen. Durch die aktuelle Investition, bei der es durch Bauarbeiten zu Verkehrseinschränkungen kommen kann, erhöht sich der Wert auf etwa 90 Prozent. Im kommenden Jahr soll Bad Liebenwerda nahezu komplett gut versorgt sein. Die bislang noch nicht bedachten Ortsteile sollen folgen.

In der Stadt gibt es auch nicht ansatzweise ein paralleles Erdnetz eines Mitbewerbers. Die Telekom ist Platzhirsch. Bürgermeister Thomas Richter (CDU) hebt hervor, dass die Telekom im Frühjahr während der Präsentation nicht nur etwas versprochen, sondern dies auch gehalten und zügig begonnen hat. "Bandbreite ist heute so wichtig wie Gas, Wasser und Strom", sagt er. Die Stadt mit ihren kurzen Wegen und der sehr guten Infrastruktur werde immer attraktiver. Dies spiegele sich auch in der Anzahl der Einwohner wieder, die auch dank der Zuzüge erstmals seit vielen Jahren stabil geblieben ist.