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| 13:05 Uhr

Karneval
Zum ersten Mal Schlüsselübergabe in Bad Liebenwerda

In Bad Liebenwerda hat es am Samstag erstmals eine Schlüsselübergabe zum Karnevalsauftakt gegeben. Hier feiern die Jecken und Narren den Start der fünften Jahreszeit um 11.11 Uhr.
In Bad Liebenwerda hat es am Samstag erstmals eine Schlüsselübergabe zum Karnevalsauftakt gegeben. Hier feiern die Jecken und Narren den Start der fünften Jahreszeit um 11.11 Uhr. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Zum ersten Mal hat es am Samstag in Bad Liebenwerda eine Schlüsselübergabe pünktlich um 11.11 Uhr zum Auftakt der fünften Jahreszeit gegeben. Von Frank Claus

Jetzt geht es rasant bergauf in Bad Liebenwerda: Die Narren wollen das Arbeitsamt zum langersehnten Hotel umbauen - "bei fünf Prozent Arbeitslosenquote können wir die dortigen Mitarbeiterinnen zu Zimmermädchen umschulen" -, endlich mit Dieselklau und Bungaloweinbrüchen aufräumen und deshalb das alte Gefängnis wieder eröffnen. Doch das ist nicht alles. Denn nicht nur zwei, sondern gleich fünf Bauanträge zur Umnutzung von Objekten wollen sie ans närrische Parlament stellen: Die Jecken wollen nämlich auch Gesundheit und Tourismus fördern und dazu im ehrwürdigen Lubwartturm - "der steht ja sowieso nur so rum" alle Leute mit Übergewicht einsperren. Dort können sie bei einem Abnehmkurs bei Brot und Wasser solange im Hamsterrad laufen, bis sie Idealgewicht haben. Ein weiteres Problem werden sie in der Kurstadt, "die ja genug Pfeifen hat", auch noch anpacken. Die Orgelakademie wird jetzt voller Tatkraft umgesetzt, sodass das Projekt endlich fertig wird "und der Schöpfer nicht erschöpft wird." Projekt Nummer fünf freilich löst den größten Jubel aus: "Bad Liebenwerda hat genug Wasser - Hochwasser, Wasser im Wonnemar, Mineralwasser - "wir aber werden die alte Brauerei Bergemann wieder eröffnen und endlich Hopfenwasser herstellen".

Es ist eine irre Sause! Zum ersten Mal gibt es am 11.11. vor dem Bad Liebenwerdaer Rathaus eine Schlüsselübergabe. Möglich gemacht haben das die im Entstehen befindliche Kurstadtregion Elbe-Elster mit den vier Städten Bad Liebenwerda, Falkenberg, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg sowie der Winklische Carneval-club (WCc), dessen Präsident Jens Uhlemann die schmissige Rede ins Volk schmettert und der mit seinen Narren erstmals aus dem Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück nach Bad Liebenwerda gezogen ist. Bad Liebenwerdas Einwohner sind in stattlicher Zahl erschienen, freuen sich, dass es nach dem Aus des Feuerwehrkarnevals und der einstigen Karnevalsaktivitäten in Zobersdorf wieder jeck wird im Stadtgebiet. Bürgermeister Thomas Richter, "der den besten Arbeitsplatz hat - er kann, wenn er aus dem Fenster guckt, immer auf eine nackte Frau schauen" - gemeint ist das Hirtenmädchen Barbara im Marktbrunnen - wird "mit Gewalt", einem Rammbock, aus dem Rathaus geholt.

Ohne viel Federlesen rückt er die Stadtkasse und den Rathausschlüssel auch im Namen seines Uebigau-Wahrenbrücker Amtskollegen Andreas Claus, der erkrankt ist, raus. "Ich bin begeistert, was die Karnevalisten und der Tanzladen 04 hier auf die Beine gestellt haben. Schön, dass die Kurstadtregion es nun möglich macht, dass auch Bad Liebenwerda eine närrische fünfte Saison feiern kann", sagt er und erhält im Gegenzug den Jubiläumsorden 20 Jahre Winklischer Carneval-club.