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| 02:40 Uhr

Schlossstraße: Anwohner fühlen sich allein gelassen

Bad Liebenwerda. In Bad Liebenwerda ist die Schlossstraße seit Eröffnung des Einkaufszentrums Rösselparks stark belastet – vor allem durch Busse. Frank Claus

Anwohner der Schlossstraße in Bad Liebenwerda sehen sich in ihrem Lebensgefühl erheblich beeinträchtigt. Seit der Eröffnung des Rösselparks in der Innenstadt wird das Einkaufszentrum auf Betreiben der Stadt nun auch von mehreren Buslinien angefahren, die allesamt über die Schlossstraße geführt werden. Das führe, so die Anwohner, zu erhöhter Lärm- und Staubbelastung. Die Stadtverwaltung hatte als Lösung angeboten, das Kleinpflaster durch Geräusch dämmenden Asphalt zu ersetzen. Weil das aber das Grundproblem nicht löse, hätten Anwohner erklärt, dass das nichts nütze, so Bürgermeister Thomas Richter (CDU). Die Stadt wolle die eingeplanten Mittel nicht verfallen lassen und sie anstelle dessen für den Bau eines sicheren Überwegs von der Rösselgasse hin zum Rösselpark verwenden. Der Bauausschuss befindet darüber in seiner heutigen Sitzung um 17 Uhr im Feuerwehrgerätehaus in Zeischa.

"Das waren aber nur zwei Anwohner, die den Belag nicht wollten", sagt Ralf Schmidt, der ebenfalls in der Straße wohnt und dort einen Handwerksbetrieb unterhält. Er und zahlreiche andere würden sehr wohl die Asphaltdecke begrüßen.

Er fühle sich von den Abgeordneten und der Verwaltung allein gelassen. "Wir haben mindestens viermal auf unser Problem in der Schlossstraße aufmerksam gemacht. Aber wir haben scheinbar keine Lobby. Bei uns wohnt ja auch kein Abgeordneter, auf dessen Druck hin Tonnagebegrenzungen möglich werden", sagt er zerknirscht. Er habe seinerzeit auch den Sanierungsbeitrag entrichtet. Da sei ihm gesagt worden, dass die Innenstadtsanierung auch den Wert seines Grundstücks erhöhe. "Das Gegenteil ist der Fall. Immer mehr Häuser in der Straße stehen leer, weil hier keiner hinziehen will. Wir haben hier bald eine zweite Bahnhofstraße", sagt er und wirft der Verwaltung vor, diese Entwicklung hausgemacht veranlasst zu haben. "Erst haben wir den Busbahnhof raus aus dem Stadtzentrum gelegt und nun lassen wir die Busse über noch engere Straßen in die Stadt rollen. Das ist doch ein Witz."

Leben und Wohnen in der Schlossstraße seien unzumutbar geworden. "Mitunter stehen hier bis zu drei Busse hintereinander und blasen uns den Dreck in die Nase."