Damals, vor zehn Jahren, blieben ihr, Edelgart Hamann und Birgit Beyer nur wenige Tage, um sich einzuarbeiten. „Was haben wir gesucht und uns immer wieder am falschen Fleck wiedergefunden“ , lacht sie heute über die Anfänge. Inzwischen weiß jede der drei längst, wo jedes einzelne Glas zu suchen, wo was zu erledigen ist und wo welche Diele knarrt. Sie sind mit der Zeit ein eingespieltes Team geworden, wo sich jeder voll und ganz auf den anderen verlassen kann, wo alle an einem Strang ziehen. Ihr erklärtes Ziel: Jeder einzelne Gast soll in der Uebigauer Schlossherberge angenehme Stunden verbringen.
Das hört sich vielleicht recht einfach an, doch das ist es durchaus nicht. Denn es verging noch kein Jahr, in dem nicht irgendwo an dem großen, ehemals sehr maroden Haus gebaut wurde. Ob Dach, Fassade, Fenster, Foyer, einzelne Räume oder auch die Duschen - nach und nach wird alles hergerichtet. Das geht weder ohne Dreck noch ohne Baulärm ab. „Abgewiesen haben wir deshalb noch nicht einen einzigen Gast. Aber Beschwerden hat es auch nicht gegeben“ , berichtet die Herbergsleiterin, die auf der anderen Seite natürlich froh ist, dass mit jeder Baumaßnahme das Haus ein Stück schöner wird. Etwa eine halbe Million Euro wurden bereits investiert. Weiteres Geld wird folgen müssen, denn längst ist noch nicht alles so, wie man es sich wünscht. Hier sind die Verantwortlichen gefragt, Konzepte für den angrenzenden Park und die alten Garagen zu entwickeln. Beides gehört untrennbar zum Komplex des ehemaligen Gutshauses.
In der Herberge selbst stehen insgesamt 57 Betten (2- bis 6-Bett-Zimmer) zur Verfügung. Sie eignet sich vorwiegend für Schulklassen, Freizeitgruppen und Familien. Im neu sanierten Gästehaus befinden sich weitere 14 Betten. Die Zimmer sind für ein bis drei Personen ausgestattet. Allein in den vergangenen zehn Jahren mieteten sich 18 210 Gäste für 56 532 Übernachtungen ein.
„Viele von denen kommen jedes Jahr wieder, weil es ihnen hier so gut gefällt“ , freut sich Erika Brachmann. Sie weiß aber auch um die Mühen, die so ein Gruppenaufenthalt erfordert. „Viele wollen ihren Besuch hier voll durchorganisiert haben. Bloß gut, dass wir so viele gute Partner haben, die uns dabei helfen. Problematisch wird es nur immer wieder bei der Beförderung von der Herberge zu einem Ausflugsziel und wieder zurück. Oft scheitert es am zur Verfügung stehenden Geld. Wir müssen deshalb intensiv daran arbeiten, weitere Angebote auch unmittelbar vor Ort zu erschließen“ , erzählt die Herbergschefin, die am Sonntag gemeinsam mit ihrem Team von 11 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür einlädt.