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Schleuse Prösen wird jetzt saniert

Die zwei Flügel dieses Schleusentores in Prösen befinden sich in einem erbärmlichen Zustand. Das Kanalwasser strömt durch die Ritzen und hat die Torverankerung bereits hinterspült. Die reparablen Schäden begutachten (v. l.) der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, Bürgermeister Markus Terne und Bauamtsleiter Chris Heller.
Die zwei Flügel dieses Schleusentores in Prösen befinden sich in einem erbärmlichen Zustand. Das Kanalwasser strömt durch die Ritzen und hat die Torverankerung bereits hinterspült. Die reparablen Schäden begutachten (v. l.) der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, Bürgermeister Markus Terne und Bauamtsleiter Chris Heller. FOTO: Manfred Feller
Prösen. Die marode Schleuse im Grödel-Elsterwerdaer Floßkanal in Prösen wird endlich angefasst. Beginnen sollen die Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten dieses seit sieben Jahrzehnten nicht mehr zum Schleusen genutzten technischen Denkmals in der ersten Oktoberwoche. Manfred Feller

Zuvor steht am 27. September vor der Gemeindevertretung noch die Aufgabe, die zwei Lose zu vergeben. Sie beinhalten die Schleusentore sowie die gemauerten Umfassungswände, deren Fugen zu sanieren sind.

Nach Auskunft von Markus Terne, Bürgermeister der Gemeinde Röderland, sind für das Herrichten der beiden Schleusentore fünf Firmen angeschrieben und gebeten worden, Angebote anzugeben. Nur eine einheimische Schlosserei habe Unterlagen abgegeben. Um die Mauersanierung haben sich drei Firmen beworben. Vermutet wird, dass die Unternehmen mit Aufträgen ordentlich zugedeckt sind und sich deswegen zurückhalten.

Die löchrigen Schleusentore werden nicht komplett erneuert. "Das Stahlgerüst bleibt", sagt Bauamtsleiter Chris Heller. Jedoch werde das Holz durch Stahl ersetzt und dieses wiederum aus Denkmalschutzgründen mit Holz verblendet. Dies erleichtere den Austausch, wenn das Naturmaterial eines Tages morsch geworden ist.

Die Schleuse als Ganzes wird zwar wieder funktionstüchtig hergestellt, aber Wasserfahrzeuge werden auf der ganzen Kanallänge von einst mehr als 21 Kilometern nicht mehr unterwegs sein. "Der Kanal ist zum Teil verrohrt", weiß Chris Heller. Außerdem ist das Fließgewässer derzeit streckenweise stark verkrautet. Funktionslos wird die Schleuse dennoch nicht sein. "Sie ist für den Wasserhaushalt wichtig, der reguliert werden muss", sagt Markus Terne. Während der Arbeiten an der Denkmalschleuse wird der Pegel in dem Kanal soweit heruntergefahren, dass den Fischen noch genügend Lebensraum bleibt, wird versichert.

Fast wäre aus der etwa 100 000 Euro teuren Generalüberholung nichts geworden. "Das Denkmalprogramm des Bundes war vierfach überzeichnet", erinnert sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen. Dieser Fonds wurde später jedoch aufgrund der Mehreinnahmen des Bundes mit Millionenbeträgen wieder aufgefüllt. Viele der abgelehnten Projektträger wussten davon nichts. Bei der Neuverteilung im Haushaltsausschuss entdeckte Michael Stübgen die Prösener Schleuse und "drückte" diese rein. Dies sei Zufall gewesen. Sein Rat an alle Kommunen, wenn sie Bundesmittel beantragt haben: "Es lohnt sich immer, den jeweiligen Bundestagsabgeordneten darüber zu informieren."