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| 17:45 Uhr

Theater
Schattentheater in der Kurstadt

Die bad Liebenwerdaer Museumsmitarbeiterin Bettina Beyer hält zwei Schattenfiguren in den Händen. Diese werden am Wochenende „lebendig“.
Die bad Liebenwerdaer Museumsmitarbeiterin Bettina Beyer hält zwei Schattenfiguren in den Händen. Diese werden am Wochenende „lebendig“. FOTO: vrs1 / Rösler Veit
Bad Liebenwerda. Stücke für Kinder und Erwachsene am Wochenende im Marionettentheatermuseum zu sehen.

Das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum in der Kurstadt Bad Liebenwerda veranstaltet am 11. und 12. November ein Schattentheaterwochenende. Dabei ist auch die engagierte Museumsmitarbeiterin Bettina Beyer (53).

Mit ihrem Schattentheater erfüllt sie sich einen Kindheitstraum. Dieses wird nicht nur zu Puppentheatertagen in dem Museum eingesetzt, sondern auch bei den historischen Führungen. Mit diesem einfachen Theater lassen sich geschichtliche Hintergründe viel anschaulicher erklären. Bereits als Kind hatte sich Bettina Beyer ein kleines Schattentheater aus einem Schuhkarton gebastelt.

Als vor Jahren die Puppenspieler mit ihren Theatern aus aller Welt beim Internationalen Festival dabei waren, erinnerte sich Bettina Beyer an ihre Bastelarbeit aus Kindertagen. So entschloss sie sich, die bei ihren Kräuterführungen vermittelten Sagen von nun an mit einem kleinen Schattentheater darzustellen. Das Puppentheater von Sohn Martin wurde einfach in der Werkstatt umfunktioniert, eine Lampe als Hintergrundbeleuchtung angebracht und die Figuren in Scherenschnitt angefertigt.

Daneben schreibt Bettina Beyer ihre Theaterstücke selbst - in Anlehnung an regionale Sagen. Ihr Sohn Martin Beyer, der Musikstudent ist, wird sie dazu musikalisch begleiten.

Das in Eigenregie in der heimischen Werkstatt in Kraupa aufgebaute Theater ist fast drei Meter breit und zwei Meter hoch. Es besitzt drei voneinander getrennte Spielflächen. Dazu bastelt Bettina Beyer die Charaktere ihrer selbst geschriebenen Stücke mit Schere, Pappe und Draht. Mit bunten, durchsichtigen Folien werden die Figuren sogar farbig gestaltet. Beim Basteln der kleinen, zweidimensionalen Theaterfiguren, wie Schlangenkönig, Wassermann, Nixen und Kobolde, kommt Bettina Beyer ihr erlernter Beruf als Keramikmalerin zugute.

Schattenfiguren gibt es in China, Indien und Indonesien seit mehr als 2000 Jahren. Die genauen Quellen dieser Theaterform sind unbekannt. Im 17. Jahrhundert brachten Händler das Schattenspiel über Persien, Arabien und die Türkei bis nach Europa. Über Italien gelangte es bis zum Königshof nach Frankreich, von wo aus es seinen Siegeszug über hundert Jahre lang in viele Familien in ganz Europa antrat.

Namhafte Künstler wie Goethe, Schiller und Brentano schrieben Stücke für das Schattentheater und führten diese sogar auf. Die Romantik war die große Zeit des Schattentheaters.

Neben den Theaterspielen und einer Sonderausstellung eines Kistenschatzes, die am Sonnabend um 18 Uhr eröffnet wird, soll es am Wochenende einen Workshop geben, bei dem Kinder und deren Eltern und Großeltern unter fachkundiger Anleitung von Schattenspielerin Bettina Beyer Schattenfiguren selber basteln können.