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Deichschau
Stürme, Wühltiere und Schlamm setzen den großen Vorflutern zu

Ob in den Wäldern oder wie hier auf der Hochwasserschutzanlage der Puls­nitz zwischen Hirschfeld und Plessa-Süd - umgestürzte oder tote Bäume werden in den meisten Fällen so schnell wie möglich beseitigt. Dabei sind sie für einige Tierarten ein wichtiger Lebensraum, ja, ein hochwertiges Habitat. Während der Deich- und Gewässerschau wurde Jutta Wegener von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Elbe-Elbe am Fuße dieser abgestorbenen, aber stabil stehenden Eiche auch sogleich fündig. Sie entdeckte Hinweise auf eine Rosenkäferart. Diese legt Eier in das Holz. Die schlüpfenden Larven ernähren sich davon. Es gebe einige seltene Käferarten, die auf Eichentotholz angewiesen sind. Deshalb bleibt dieser Baum stehen.
Ob in den Wäldern oder wie hier auf der Hochwasserschutzanlage der Puls­nitz zwischen Hirschfeld und Plessa-Süd - umgestürzte oder tote Bäume werden in den meisten Fällen so schnell wie möglich beseitigt. Dabei sind sie für einige Tierarten ein wichtiger Lebensraum, ja, ein hochwertiges Habitat. Während der Deich- und Gewässerschau wurde Jutta Wegener von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Elbe-Elbe am Fuße dieser abgestorbenen, aber stabil stehenden Eiche auch sogleich fündig. Sie entdeckte Hinweise auf eine Rosenkäferart. Diese legt Eier in das Holz. Die schlüpfenden Larven ernähren sich davon. Es gebe einige seltene Käferarten, die auf Eichentotholz angewiesen sind. Deshalb bleibt dieser Baum stehen. FOTO: Manfred Feller / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Elbe-Elster. Deich- und Gewässerschau an Schwarzer Elster und Zuflüssen zeigt Positives und Defizite auf. Von Manfred Feller

Es gibt erste Reaktionen nach den festgestellten gravierenden Schäden auf dem Deich der Schwarzen Elster zwischen Plessa und der Grenze zum OSL-Landkreis (“Jetzt bloß keine Flut in Elster und Pulsnitz“, LR vom 14. Oktober 2017). Die tiefen Reifenspuren auf der Deichkrone deuten auf massige Fahrzeuge hin. „Es haben sich Landwirte gemeldet“, sagt Norbert Lachmann, Sachbearbeiter der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis. Diese müssen zwar auf ihre Felder kommen - aber nicht so! Es sollen nun Vor-Ort-Termine vereinbart werden, um eine Lösung zu finden.

Aber auch während der zwei weiteren Tage der Deich- und Gewässerschau  entlang wichtiger Vorfluter flussabwärts bis Herzberg und Arnsnesta an der Grenze zu Sachsen-Anhalt mit Vertretern unter anderem von Land und Kreis sind Probleme und Schwachstellen beim Hochwasserschutz dokumentiert worden. Insgesamt sei der Zustand der Deiche nicht besser geworden, lautet das Fazit.

Bad Liebenwerda. Im Stadtgebiet, unweit der Klinik, sind noch einzelne, durch den Sturm gebrochene Bäume und vor allem die übrig gebliebenen Stubben im Deichvorland der Schwarzen Elster zu entfernen. „Der Hochwasserabfluss muss gewährleistet sein“, drängt Norbert Lachmann auf zügige Beseitigung.

Ab der Bahnlinie in Richtung Wahrenbrück stehen etwa 60-jährige Pappeln am Fuß des Deiches. Die zahlreich heruntergefallenen Äste deuten darauf hin, dass diese Bäume ihr Fällalter längst erreicht haben. Sie müssen weg.

Am Elster-Wehr in der Kurstadt (auf der Zeischaer Seite) wurden abermals massive Wühltierschäden festgestellt. Der einseitig beschädigte Deich muss auf etwa zehn Metern Länge abgetragen und neu aufgebaut werden.  In den nächsten Tagen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Würdenhain. Beim dortigen Wehrneubau im Röderkanal sind erneut Fortschritte sichtbar. Derzeit werde unter anderem an dem ansehnlichen Fischpass gearbeitet. Die Fahrradfahrer können die Fertigstellung des Bauwerkes kaum erwarten. Wird doch dann die seit vielen Jahren klaffende Lücke im Elster-Radweg geschlossen.

Prieschka. Im Mühlgraben, der in die Schwarze Elster mündet, muss nachgebessert werden. Es ist punktuell noch mehr Schlamm herauszuholen, um einen besseren Durchfluss zu erreichen.

Röderkanal. Der mehrere Kilometer lange Röderkanal von der Sachsengrenze bis zur Schwarzen Elster bei Würdenhain sei ordentlich ausgebaut. Es sollen lediglich einige ältere Pappeln entfernt werden.

Wahrenbrück. Für manche Anlieger des Elster-Deiches gehören der Fluss und die baulichen Anlagen im Prinzip fast schon zum eigenen Grundstück. Es wird fleißig gepflanzt und was auch immer aufgestellt. Im Hochwasserfall oder zur Pflege können die Schutzanlagen nicht hindernisfrei befahren werden, so Norbert Lachmann. Was stört, muss entfernt werden.

Stets funktionstüchtig müssen die Sielanlagen sein. Über Rohre durch den Deich werden Gräben in den Hauptvorfluter entwässert. Bei Wahrenbrück ist ein defektes Siel festgestellt worden. Es wird repariert.

Langennaundorf. Dort gibt es Probleme, den Deich zu erreichen. Zufahrten sind einfach umgenutzt worden. Im Ernstfall haben Einsatzfahrzeuge große Probleme, zur Hochwasserschutzanlage vorzudringen. Norbert Lachmann kennt den häufigsten Grund: Bei Ackernutzung wird nicht selten jeder Quadratmeter in Anspruch genommen. Zufahrten und Deichverteidigungswege werden gleich mit umgepflügt und bestellt. „Dabei ist vom Deichfuß ein Abstand von fünf Metern einzuhalten“, bittet der Fachmann die Landwirte eindringlich darum, die Vorschriften einzuhalten.

Uebigau/Herzberg. Auf der Strecke der Schwarzen Elster bis Herzberg wurde festgestellt, dass Vorspeicher der Schöpfwerke verschlammt sind. Bei Wahrenbrück ist es besonders Eisenhydroxidschlamm. Sind die Vorspeicher mit Schlamm gefüllt, können die Pumpen der Schöpfwerke nicht mit ihrer Maximalleistung arbeiten. Deren volle Funktionstüchtigkeit werde vor allem nach einem Hochwasser gebraucht. Da es sich um große Schlammmengen handelt, die nicht einfach an den Ufern breit gemacht werden können, sondern zu entsorgen sind, müssen die Aufträge ausgeschrieben werden. Im nächsten Jahr sollen die Vorspeicher entschlammt werden.

Arnsnesta. Das Land Brandenburg will einige Abschnitte des Landesgewässers Schwarze Elster entschlammen. Diese für den Wasserabfluss wichtigen Arbeiten sollen bei Arnsnesta beginnen sowie im Raum Herzberg und Bad Liebenwerda fortgesetzt werden.