(fc/ru) Eine Nacht, Temperaturen nur ganz knapp unter null Grad und schon ist es passiert. „Große Teile meiner Weinreben haben Schaden genommen“, sagt Sonntagvormittag, kurz nach Besichtigung seiner Anbauflächen, Winzer Rico Leonhardt aus Bad Liebenwerda. Seit 2011 rebt er auf verschiedenen Flächen in der Kurstadt auf. „Das ist demotivierend“, meint er, um sich wenig später doch schon wieder in Optimismus zu üben. „Wenn es jetzt nicht noch mal so kalt wird, treibt der Wein noch mal aus. Hoffentlich trägt er dann auch Trauben“

Zu den vier Winzern im Raum Bad Liebenwerda gehört auch Gunter Schurig in Lausitz. „An meinem Wein habe ich keinen Schaden gesehen. Glück gehabt. Doch ich bereite gerade Feuerholz vor, um in der Nacht zu Montag schnell reagieren zu können.“ Immerhin sind auch da zwischen null und zwei Grad angesagt. Bis minus zwei Grad, so die Erfahrung an seinem Standort, halten es die Reben meist aus. Von Hobbywinzer Hagen Hentschel aus Möglenz weiß er, dass der in der Nacht zu Sonntag Feuer zwischen den Rebstöcken angezündet hat. In Theisa hat Rouven Rieger aufgerebt. Er scheint frostfrei geblieben zu sein. Frostschäden vermelden hingegen die Schliebener Weinbauern. „Am schlimmsten hat es den Bacchus erwischt“, so Annette Engel, Chefin des Weinbauvereins.