| 02:38 Uhr

Sauberes Wasser ist nicht selbstverständlich

Wer rechnen kann, hat es rausbekommen: 600 Liter Wasser sind hier in der Pyramide aufgestapelt.
Wer rechnen kann, hat es rausbekommen: 600 Liter Wasser sind hier in der Pyramide aufgestapelt. FOTO: M. Claus/mcl1
Bad Liebenwerda. Weltwassertag – auch in Brandenburg wird der Tag jährlich genutzt, um auf die wertvolle Ressource Trinkwasser aufmerksam zu machen. In Bad Liebenwerda ist zum Thema Wasser am Mittwoch zum ersten Mal auf dem Marktplatz informiert worden. Mona Claus / mcl1

Die Wasserpyramide, aufgebaut aus etlichen Wasserflaschen der Bad Liebenwerdaer Mineralquellen GmbH, war so etwas wie der optische Blickfang auf dem Marktplatz. Die Besucher des Wassertages in der Kurstadt sollten schätzen, wie viel Liter Wasser in den Flaschen abgefüllt sind. Am Ende war es eine Matheaufgabe: Kisten zählen und mit den eingestapelten Flaschen multiplizieren. Das ergab die Lösung von exakt 600 Litern. Für die Mineralquellen ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man weiß, dass im Unternehmen im Jahr 2016 exakt 187 529 252 Getränkefüllungen in 0,5-, 0,7-, 1,0- und 1,5-Liter-Flaschen abgefüllt wurden.

Auch der Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda (WAV) hat stattliche Wasserzahlen zu bieten: Fast 1,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser sind im Vorjahr an etwa 25 000 Einwohner im Verbandsgebiet verkauft worden. "In bester Qualität", wie Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel erklärt. Der Verband hat sich mit einem Stand, an dem Kinder experimentieren konnten, präsentiert. Zu den Hauptabnehmern des Verbandes zählt die Lausitztherme Wonnemar mit ihren 1400 Quadratmetern Wasserfläche, aufgeteilt in 17 Becken. Exakt 1,337 Millionen Liter Wasser fassen die Becken, so Marketingchefin Susanne Ott. Pro Monat werden vom Wasserwerk in Oschätzchen durchschnittlich 3500 Kubikmeter Frischwasser gezogen, die größtenteils in den Duschen und in der Küche aufgebraucht werden. Zur Aufbereitung kommen im gleichen Zeitraum zusätzliche 1600 Kubikmeter Wasser, die anschließend wieder zurück in die Becken fließen.

Für zwölf Schüler und ihre Betreuer aus der Förderschule "Stark fürs Leben" in Elsterwerda war dieser Besuchstag einer, der unter die Kategorie lebenspraktischer Unterricht fiel. Ihr gestaltetes Projektbild zum Thema Wasser kann im Café Beeg bewundert werden. Den Nachbau des einstigen kurstädtischen Wasserturms auf dem Sandberg in Weinberge präsentierten Harald Krüger und Frank Höppner vom ElsterNatoureum. Der WAV Elsterwerda lockte mit Experimenten rund um das Wasser. Sechs Schüler aus der Grundschule Robert Reiss legten nach und bewiesen ihr Wissen bei weiteren sieben Experimenten, die sie auf dem Marktplatz durchführten. Mit einer Wasser-Rallye lockte die Lausitztherme Wonnemar zu geistigen Höchstleistungen. Und zu frischen, heißen Quarkbällchen von der Konditorei und Café Beeg gab es Kaffee und Tee - zubereitet mit frischem Wasser natürlich.

Gewinner des Malwettbewerbes wurde die Klasse 3a des Reiss-Grundschulzentrums mit ihrem Bild "Mit Kindern kneippen".

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger, gegenwärtig auch Vorsitzender der Umweltministerkonferenz, erklärt zum Wasserverbrauch: "Auch wenn Brandenburg mit einer mittleren Jahresniederschlagsmenge von 558 Millimetern eines der trockensten Bundesländer ist, kommt gegenwärtig eine Nutzung von gereinigtem Abwasser aus Vorsorgegründen nicht in Betracht." Nachhaltig wirksame Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts müssten sich demnach vorrangig an den naturräumlichen Gegebenheiten im Einzugsgebiet und den unterschiedlichen Nutzungen orientieren. So könne etwa das Waldumbauprogramm, so Jörg Vogelsänger, mithelfen, einen höheren Anteil des Niederschlagswassers für die Grundwasserneubildung zu nutzen, anstatt zu verdunsten. Brandenburgs Agrarminister ist sich sicher: "Intelligente Abflusssysteme und der sparsame Umgang mit Wasser werden dafür sorgen, dass auch zukünftigen Generationen in Brandenburg genügend Wasser vorfinden."

Zum Thema:
Der Weltwassertag, der von den Vereinten Nationen ausgerufen und jährlich am 22. März begangen wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto "Abwasser - die ungenutzte Ressource". Wie knapp Wasser wird, belegt die Tatsache, dass sich weltweit immer mehr Wissenschaftler auch der Frage widmen, ob der Wasserhaushalt durch die Wiederverwertung gereinigten Abwassers gestützt und somit die wertvolle Ressource Wasser nachhaltig geschont werden kann. Brandenburg schließt das momentan aus.

Der Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda hat am Weltwassertag mit Kindern verschiedene Experimente unter Einsatz von Wasser durchgeführt und für manchen Aha-Effekt gesorgt.
Der Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda hat am Weltwassertag mit Kindern verschiedene Experimente unter Einsatz von Wasser durchgeführt und für manchen Aha-Effekt gesorgt. FOTO: mcl1