"Das war ein hartes Stück Arbeit", sagt Kay Mroczek von der Malerfirma Voigt, die für die Gestaltung der Außenfassade zuständig ist. Der zu DDR-Zeiten aufgebrachte Zementputz war so fest, dass die Mauerwerksbeschichtung nur ganz mühsam entfernt werden konnte. "Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass der Zementputz nicht gut fürs Mauerwerk war. Dadurch konnten die Salze nicht raus", erläutert der junge Mann. Nur wenige Etagen höher steht Lucas Lange von der gleichnamigen Restaurationsfirma aus Limbach-Oberfrohna auf der Rüstung. Er ist gerade damit beschäftigt, Fugen zu säubern. Zentimeter um Zentimeter wird die Festigkeit des Mörtels und der Steine geprüft. Knatternd schiebt sich der Aufzug ganz nach oben, bringt neues Material für Volkmar Lemm, Guido Rümpel und Azubi Chris Dunkelberg. Dort ist inzwischen die neue Stahlbetondecke, die künftig auch das Treppen-Ausstiegshaus aus Stahl und Glas aufnehmen soll, fertig gegossen. "Das hat prima geklappt", freut sich Werner Jost, Chef der gleichnamigen Dobraer Baufirma. Das alte Holzfachwerk im oberen Teil war nicht mehr zu halten. An dessen Stelle tritt jetzt schwarzes Klinkermauerwerk. So soll bildhaft die alte Konstruktion nachempfunden werden.

Auch das Entwässerungskonzept steht. Mittels innenliegender Fallrohre wird das Regenwasser bis nach unten abgeleitet. Zugleich gibt es eine zweite Notentwässerung, wobei Teile des alten Kanalnetzes verwendet werden.

Auf die Attika des Lubwartturmes werden neue Dachziegel aufgebracht.

Das schwierigste Baustück befindet sich dort, wo der viereckige Turm in den runden übergeht. Den seitlichen Vorsprüngen haben Wind und Wetter arg zugesetzt. In einige Bereiche sind bis zu einem Meter lange Stahlnägel eingezogen worden, um das Mauerwerk zu stabilisieren.

An einer Ecke des Turms ist bereits zu erkennen, wie der Lubwart nach vollendeter Sanierung aussehen könnte. Die roten Ziegel sind behandelt und versiegelt, die Fugen leuchten hell.

Für Werner Jost ist der Lubwartturm nach den Arbeiten an der Nikolaikirche eine weitere spannende Baustelle. "Es ist ganz klar, dass jetzt die eine oder andere neue Entdeckung gemacht wird. Schließlich war eine ganz genaue Prüfung im Vorfeld nicht möglich, da der Turm nicht eingerüstet war", so der Fachmann.

Völlig unbeeindruckt vom Klopfen, Hämmern und vom Maschinenlärm haben sich die Turmfalken gezeigt. Die eigens für sie angebrachten Brutkästen am gegenüberliegenden Katasteramt haben sie nicht angenommen, dafür aber den, der außen an der Rüstung befestigt wurde. "Wir Maurer sind eben friedliche Menschen", sagt Jost und freut sich, dass die Falken immer noch ein- und ausfliegen. Ein junger Falke war zwar bei seinem Jungfernflug abgestürzt, ist aber dank guter Pflege wieder auf dem Wege der Besserung.