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| 17:34 Uhr

Gotteshaus wird saniert
Endspurt in der Catharina-Kirche

Auf dem Gerüst unter der Decke des Kirchenschiffes: Stuckateur Thomas Pistol erläutert Silke Hauptvogel, Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchgemeinde Elsterwerda, und Klaus Schmidtchen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates; das Anbringen der in der Firma vorgefertigten Stuckprofile.
Auf dem Gerüst unter der Decke des Kirchenschiffes: Stuckateur Thomas Pistol erläutert Silke Hauptvogel, Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchgemeinde Elsterwerda, und Klaus Schmidtchen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates; das Anbringen der in der Firma vorgefertigten Stuckprofile. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Nach der Dachsanierung wird die Decke des Gotteshauses in Elsterwerda jetzt neu aufgebaut. Von Manfred Feller

Die millionenteure Sanierung der evangelischen Catharina-Kirche im Zentrum von Elsterwerda, dem aktuell größten Projekt im Kirchenkreis Bad Liebenwerda, marschiert ihrem Finale entgegen. Das rund 900 000 Euro kostende Dach mit neuem Gesims steht. Doch drinnen ist das Gotteshaus noch eine Baustelle. Im gesamten Schiff steht ein großes Gerüst, von dem aus die Decke neu aufgebaut wird.

Diese war durch die Dacherneuerung zwangsweise ringsherum stark geöffnet worden und befand sich auch ansonsten in einem schlechten Zustand. Die Verantwortlichen in der Kirchgemeinde haben sich schließlich für den praktikableren Weg entschieden - den kompletten Rück- und Neuaufbau. „Nur die Deckenbalken waren übriggeblieben“, erläutert Silke Hauptvogel, Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchgemeinde.

Darauf haben die Zimmerer die neue Bretterkonstruktion als Grundlage für die weiteren Arbeiten aufgebracht. Diese erledigen seit etwa drei Wochen die Stuckateure der Firma Fuchs + Girke, Bau- und Denkmalpflege, aus Ottendorf-Okrilla und der sie unterstützende heimische Betrieb Historische Putze aus Nexdorf. „Auf die Bretter haben wir dann Schilfmatten genagelt und den Kalkputz aufgetragen“, erläutert Stuckateur Thomas Pistol aus Lauchhammer. Nicht weniger als etwa neun Tonnen Kalkputz seien verarbeitet worden.

So wie die Wände ist auch die Decke keine ebene Fläche. Doch vom Boden des Kirchenschiffes aus betrachtet, werde dies kaum bis gar nicht auffallen.

Inzwischen kleben schon viele Meter Stuckprofile an der Decke, die am Firmensitz in Sachsen vorgefertigt worden waren. Diese Profile an Ort und Stelle zu ziehen, sei zu aufwändig und zu teuer, der Effekt jedoch derselbe.

Wolfgang Christoph von der Firma Historische Putze aus Nexdorf passt die Schilfrolle im Sims so an, dass Luft zur Stuckschablone bleibt.
Wolfgang Christoph von der Firma Historische Putze aus Nexdorf passt die Schilfrolle im Sims so an, dass Luft zur Stuckschablone bleibt. FOTO: Manfred Feller / LR

Parallel wird derzeit am Gesims- stuck gearbeitet. Zunächst wird eine Schilfrolle in der Ecke zwischen Wand und Decke befestigt. Darauf kommt Bewehrungsdraht, damit sich der Kalkmörtel für den Stuck daran „festhalten“ kann. Dank des Schilfkerns wird das Gewicht deutlich reduziert, auch wenn der Gesimsstuck am Ende massig aussehen wird. Den vorläufigen Abschluss der Deckenarbeiten bildet ein freskaler Anstrich, der sich mit dem Kalkputz sehr haltbar verbindet, bevor final der weiße Kalk-Leinöl-Anstrich folgt. Deckenmalereien seien nicht gefunden worden.

Silke Hauptvogel rechnet damit, dass die Arbeiten, einschließlich der Elektrik, im Wesentlichen im August beendet sein werden, damit im September ein großer Einweihungsgottesdienst gefeiert werden kann. Zu erneuern sind dann noch die Dächer von Patronatsloge und der Sakristei. Schließlich soll 2019 noch die Fassade ausgebessert und gestrichen werden. Dann werden ungefähr 1,2 Millionen Euro verbaut worden sein.

Wenn alles angepasst ist, kann Restaurationstechniker Heiko Noack, ebenfalls von der Firma Historische Putze, den angerührten Kalkmörtel für den Gesims- stuck Schicht für Schicht mit der Kelle anwerfen und jeweils abbinden lassen.
Wenn alles angepasst ist, kann Restaurationstechniker Heiko Noack, ebenfalls von der Firma Historische Putze, den angerührten Kalkmörtel für den Gesims- stuck Schicht für Schicht mit der Kelle anwerfen und jeweils abbinden lassen. FOTO: Manfred Feller / LR