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Saisoneröffnung im Natoureum so früh wie nie

Im Natoureum bringt Ausstellungsbetreuer Harald Krüger eine E-Lok auf die Strecke. Das Ausflugsziel in Maasdorf hat bereits geöffnet.
Im Natoureum bringt Ausstellungsbetreuer Harald Krüger eine E-Lok auf die Strecke. Das Ausflugsziel in Maasdorf hat bereits geöffnet. FOTO: Karl
Maasdorf. Für Maasdorf steht eine aufregende Saison vor der Tür. Dank Sonnenschein und guter Nachfrage haben die Mitarbeiter im Elster-Natoureum so früh wie nie Züge auf und neue Attraktionen an die Strecke gebracht. Nebenan gehen kommende Woche die Bauarbeiten an der neuen Ausstellung los. Corinna Karl

. Auf dem Gartenbahn-Gelände in Maasdorf wird derzeit fleißig Laub geharkt, gemauert und gepinselt. Denn schon in einem Monat ist das 16. Gartenbahntreffen. Alles muss bis dahin repariert und gereinigt sein. Weil das Wetter mitspielt, wurde schon vergangenes Wochenende losgelegt und die Anlage auch für Besucher geöffnet. "2013 haben wir erst 14 Tage vor dem Treffen aufgemacht. Diesmal haben wir so zeitig wie nie zuvor alles rausgeräumt und sind das erste Mal gefahren", sagt Gästebetreuer Frank Höppner.

In den wenigen Tagen wurde schon einiges geschafft: Brücken sind verschwunden, schrankenlose Übergänge dafür entstanden. "Die entsprechen mehr den Originalen", sagt Höppner. Die vielen kleinen Details sind ausgebracht und versteckt. Die fleißigen Tüftler aus der Natoureum-Werkstatt haben über den Winter allerhand neue Attraktionen gebastelt. "Wir haben das Natou reum nachgebaut. Außerdem viele kleinere Arbeiten gemacht", sagt Gästebetreuer Höppner. Er und Harald Krüger fertigten Gießformen, die dann zur Herstellung von Figuren und Einzelteilen für Masten benötigt wurden. Das Hauptaugenmerk legten die Bastler jedoch auf die Aufarbeitung der bestehenden Exponate - verschlissene und beschädigte Teile wurden repariert oder ersetzt. "Ich könnte hier drei Bastler voll beschäftigen über den Winter", sagt Frank Höppner.

Akribisch genau wurden viele Strommasten-Modelle angefertigt. "Für einen braucht man etwa fünf Tage. Du musst die Einzelteile gießen, bearbeiten und verkleben. Dann lackieren und die Isolatoren aus Kupferdraht drehen."

Im Natoureum kann man in die Zukunft schauen. "Die Baustelle der Umgehungsstraße ist bereits an Bad Liebenwerda herangewachsen, Windräder wurden aufgestellt", sagt Höppner beim Rundgang. Überall entdecken die Gäste Neues. Höppner: "Wir haben über die Jahre ein Gefühl für Materialien bekommen. Was können wir verwenden? Was hält der Witterung stand? Und was ist kostengünstig?"

Neben eigenen Veranstaltungen (Gartenbahntreffen im April und September) werden Interessierte auch zu einem Workshop-Wochenende eines Bahnfreundes aus Schkeuditz gelo(c)kt. "Vom 16. bis 18. Mai wird unter dem Motto ‚Stromlos, aber nicht steuerlos' getestet, diskutiert und Wissen weitergegeben", sagt Höppner. An dem Wochenende bliebe die Gartenbahnstrecke stromlos, Loks fahren mit Akku.

Am 12. und 13. April steht erst einmal das 16. Gartenbahntreffen an - mit Gästen aus der ganzen Republik und einer großen Vielfalt an Bahnen. "Den Reiz des Treffens machen die verschiedenen Epochen, die sächsischen Kleinbahnen und die unterschiedlichen Antriebe aus", sagt er. Derzeit bleiben zwar die Flussläufe noch trocken, denn der Frost hat sich in der Nacht noch nicht verabschiedet. Zum Fest wird aber alles für die große Ausfahrt bereit sein.

Nebenan, auf der brachliegenden Freifläche um das Trafohaus, sollen kommende Woche ebenso die ersten Arbeiten beginnen. Für eine neue Ausstellung zur Kohle- und Energiegeschichte der Region sollen dann zunächst Holzpfähle als Begrenzung in den Boden eingelassen und einbetoniert werden.

Zum Thema:
Bis Ende März ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet, ab April wird bis 18 Uhr verlängert. Es wartet eine 320 Meter lange Strecke im Außenbereich. Die Naturparkregion mit Sehenswürdigkeiten und Bahnstrecke wird abgebildet. Im Innenbereich ist eine umfangreiche Naturausstellung. Eintritt: ab 3,50 Euro pro Erwachsener