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| 19:51 Uhr

Die Hafen-Bilanz
Mühlbergs Hafen bleibt bedeutungslos

Lange ist es her: Vestas verlädt im Jahr 2013 Windflügel im Hafen Mühlberg.
Lange ist es her: Vestas verlädt im Jahr 2013 Windflügel im Hafen Mühlberg. FOTO: Veit Rösler / Veit Rösler/vrs1
Riesa/Mühlberg. Der Verbund der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH sieht sich allerdings auf Kurs. Von Frank Claus

Der Mühlberger Hafen bleibt ein Investitionsgrab und versinkt weiter in der Bedeutungslosigkeit. „Mühlberg hat es im Jahr 2017 richtig erwischt“, gesteht dann auch der Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH, Heiko Loroff, am Mittwoch in Riesa ein. Die Stürme des zurückliegenden Jahres hätten den ohnehin geringen Umschlag auf nahezu Null fahren lassen. Nicht einmal der Holztransport aus der benachbarten Dahlener Heide habe funktioniert. Die Schadenbeseitigung in den Wäldern habe den Neueinschlag verhindert. Zudem sei durch den anhaltenden Niedrigwasserstand der Elbe zwischen Mai bis Oktober Schifffahrt kaum möglich gewesen.

Loroff wiederholt in diesem Zusammenhang seine Kritik: Ein Hafen funktioniere heute nur noch, wenn trimodal, also auf Straße, Schiene und Schiff, verladen werden könne. „Und Mühlberg hat nun mal keinen Gleisanschluss wie die benachbarten Häfen in Torgau und Riesa.“ In denen hat es teils enorme Zuwächse gegeben. Riesa hat im Containerumschlag sogar das bisher beste Ergebnis erzielt.

Mühlbergs Hafen war 2011 vor allem auf Drängen des Windflügelherstellers Vestas aus Lauchhammer für 2,4 Millionen Euro instand gesetzt worden. 2015 war eine weitere Million investiert worden, um die Hafenzufahrt schiffbar zu machen. 2017 flossen noch einmal 585 000 Euro in die Lagerkapazitäten.

Vestas hatte 2017 erklärt, vorerst keine Flügel über den Mühlberger Hafen verschiffen zu wollen, da der Transport über die Straße „viel kostengünstiger“ sei.